LME-Aluminium: $4,000/ton möglich? Vedanta und Hindalco hochgestuft

LME-Aluminium: $4,000/ton möglich? Vedanta und Hindalco hochgestuft
Sayantan Sarkar
16. Apr. 2026, 17:30 PM

Unterstützt von

Invezz
Vedanta (NSE: VEDL)

Kauf Vedanta. Die Aufwertung durch JP Morgan sowie ein mögliches LME-Niveau von $4,000/ton sprechen für anhaltende Cash-Margen und verbesserte Ergebnis­sichtbarkeit bei indischer Primäraluminium-Exponierung; die Aktie zeigt bereits relative Stärke, was mit einer Angleichung der Multiplikatoren an die rohstoffgetriebenen Gewinne übereinstimmt.

Kernrisiko: Wiederöffnung der Straße von Hormus bzw. Normalisierung der Durchflüsse vor Mai, wodurch Backwardation und die Aluminium-Kassa-Spreads, die den Gewinnanstieg treiben, zusammenbrechen.

Hindalco (NSE: HINDALCO)

Kauf Hindalco. Gleicher, durch Angebotsbeschränkungen getriebener Aluminiumimpuls, jedoch mit stärkerer kurzfristiger Dynamik; JP Morgan erhöhte das Kursziel auf INR 1,125 aufgrund höherer LME-Prognosen. Das Aufwärtspotenzial hängt daher von anhaltender Knappheit und der Nachhaltigkeit der Margen ab und nicht von einem einmaligen Preissprung.

Kernrisiko: Ein Nachfragerückgang infolge einer globalen Abschwächung überwiegt die Angebotsknappheit, treibt Aluminiumpreise zurück in Richtung der Forward-Kurve und komprimiert die Margen.

  • Aluminiumpreise steigen auf ein Vierjahreshoch aufgrund von Befürchtungen um die Straße von Hormus.
  • Commerzbank-Modelle sehen LME-Aluminium vorübergehend bei $4,000/ton.
  • JP Morgan stuft Vedanta und Hindalco wegen hoher Preise auf 'Buy' hoch.

Aluminiumpreise könnten auf der London Metal Exchange bis zu $4,000 pro Tonne steigen, falls die Versorgung durch die Straße von Hormus eingeschränkt bleibt, sagten Experten. 

Aluminiumpreise sind auf ein Vierjahreshoch gestiegen und rücken in den Mittelpunkt der Marktdiskussionen zu Wochenbeginn. Dieser starke Anstieg wird durch die ernsten Folgen einer vollständigen maritimen Blockade der Straße von Hormus angetrieben. 

Der Markt stand bereits unter Druck, und der Ausfall von Produktionskapazitäten eines wichtigen Produzenten im Nahen Osten nach jüngsten Angriffen in einer Region, die ein bedeutender globaler Lieferant ist, hat die Verknappung des Aluminiumangebots weiter verschärft.

Geopolitische Risiken treiben Aluminiumpreis nach oben

Die Metallmärkte sehen sich derzeit zwei entgegengesetzten Kräften gegenüber. Eine deutliche wirtschaftliche Abkühlung drückt generell die Preise, gleichzeitig treiben Versorgungsengpässe die Kosten einzelner Metalle nach oben. 

Insbesondere Primäraluminium ist von diesen Liefersorgen betroffen, da die Golfregion eine entscheidende Quelle für diese Ware darstellt.

Ein deutliches Anzeichen für die Spannungen am Markt ist der starke Anstieg der kurzfristigen Notierungen. Konkret hat sich der Kassa-zu-Drei-Monats-Spread dramatisch ausgeweitet und erreicht das größte Niveau seit 2007. 

Die Aluminiumpreise an der LME stiegen am Donnerstag erneut deutlich und notieren nun bei über $3,630 pro Tonne. Das entspricht einem Anstieg von 13% seit Ende Februar und ist der höchste Stand seit Ende März 2022, kurz nachdem der Konflikt in der Ukraine begann.

Quelle: Commerzbank Research

Außerdem fällt die Futures-Kurve am Aluminium-Markt, die bereits vor dem Krieg in der Ukraine in Backwardation war, laut Commerzbank AG nun noch steiler. 

„Der Terminkontrakt des nächstfälligen Monats notiert fast 10% über dem Kontrakt mit einjähriger Laufzeit, während die Preisdifferenz vor einem Monat kaum halb so groß war“, sagte Barbara Lambrecht, Rohstoffanalystin bei der Commerzbank. 

Modellprojektionen der Commerzbank wiesen auf weiteres Aufwärtspotenzial für Aluminiumpreise hin, die bereits ein Vierjahreshoch erreicht haben. Konkret könnte der Aluminiumpreis vorübergehend auf nahezu $4,000 pro Tonne steigen, falls die Straße von Hormus bis Ende Mai geschlossen bleibt.

Allerdings würde der Preis damit weiterhin unter dem Rekordhoch von USD 4,073 bleiben, das im März 2022 erreicht wurde.

Norman Liebke, FX- und Rohstoffanalyst bei der Commerzbank, sagte.
Quelle: Commerzbank Research

Indische Aluminiumaktien erhalten Ratingsaufwertung

Die Angebotsknappheit wirkt sich auch positiv auf indische Aluminiumaktien aus. 

Kürzlich hat JP Morgan die Einstufungen für die indischen Aluminiumproduzenten Vedanta und Hindalco von 'Neutral' auf 'Buy' hochgestuft. Dieser optimistische Ausblick beruht auf der Erwartung, dass anhaltend starke Aluminiumpreise die Gewinnsichtbarkeit dieser Unternehmen verbessern werden.

Das Brokerhaus erhöhte seine Kursziele für zwei große indische Metallfirmen und begründete dies mit erhöhten Aluminiumpreisen, die durch geopolitische Risiken in Westasien getrieben werden. Für Vedanta wurde das Ziel von INR 680 auf INR 850 angehoben, was auf ein Potenzial von rund 22% hindeutet. 

Analog wurde das Ziel für Hindalco von INR 875 auf INR 1,125 angehoben, was ein Aufwärtspotenzial von etwa 20% impliziert. Dies veranlasste JP Morgan zudem, seine LME-Aluminiumpreisprognosen anzupassen und nun $3,250 pro Tonne für FY27 sowie $3,150 pro Tonne für FY28 vorherzusagen.

Die Aktie von Vedanta hat den Nifty Next 50 über die meisten Zeiträume deutlich übertroffen und zeigt damit starke langfristige Outperformance. Kurzfristig hat auch die Hindalco-Aktie gut abgeschnitten und den NIFTY 50 deutlich übertroffen.

Am Donnerstag schlossen die Papiere von Vedanta knapp 2% höher bei INR 781.10, während Hindalco bei INR 1,040.25 schloss, ein Plus von 2,9%.