Jamie Dimon warnt eindringlich: Anleihenkrise ist näher, als gedacht

Jamie Dimon warnt eindringlich: Anleihenkrise ist näher, als gedacht
Devesh Kumar
29. Apr. 2026, 06:21 AM

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US‑Inflationsschutz kaufen

Kauf des iShares TIPS Bond ETF (TIP) oder Long‑Positionen in TIPS (z. B. 5‑/10‑jährige TIPS). Der Artikel nennt Stagflation als Worst‑Case und hebt Öl/Geopolitik als anhaltende inflationäre Kräfte hervor. TIPS sichern direkt die ‚Inflation beschleunigt sich‘‑Komponente des Anleihenkrisen‑Szenarios ab.

Kernrisiko: Die Inflation fällt so stark, dass die Realrenditen steigen und TIPS schlechter abschneiden, selbst wenn die Nominalrenditen sich verändern.

Leerverkäufe bei langlaufenden Treasuries

Verkauf des iShares 20+ Year Treasury Bond ETF (TLT) und/oder Leerverkäufe auf 10‑jährige Treasury‑Futures (TY). Dimons Kernpunkt ist das Risiko einer „gewaltsamen Neubewertung“ durch steigende Defizite + hartnäckige Inflation + geopolitische Faktoren, die den Ölpreis stützen. Sollte die Inflation wieder anziehen, steigen die Renditen am langen Ende zuerst und am stärksten, und begrenzte Liquidität sowie eingeschränkte Stützungsmöglichkeiten machen die Bewegung ungeordnet.

Kernrisiko: Eine glaubwürdige politische Wende, die die Inflationserwartungen schnell verankert (oder eine Rezession, die rasche Zinssenkungen erzwingt), wodurch die Renditen sinken und die Neubewertungs‑These widerlegt wird.

  • Dimon weist auf steigende Schulden, Inflation und Geopolitik als Risiken für den Anleihenmarkt hin.
  • CBO prognostiziert, dass das US‑Defizit bis 2035 auf $2.7 trillion anwachsen wird.
  • Die Gilt‑Krise 2022 in Großbritannien zeigt, wie schnell Märkte aus dem Gleichgewicht geraten können.

„Wenn sich die Dinge so fortsetzen, werden wir wahrscheinlich mit irgendeiner Form von Anleihenkrise konfrontiert sein.“

Jamie Dimon sagte diesen Satz am Dienstag in Oslo auf der Investmentkonferenz 2026, die von Norges Bank Investment Management ausgerichtet wurde.

Die Aussage ist relevant, denn wenn der größte öffentliche Investor an den globalen Märkten den Chef von JPMorgan Chase einlädt und dieser mit einer solchen Warnung antwortet, hören die Märkte zu.

Dimon sagte, die Gefahr liege nicht in einem einzelnen Schock, sondern in der kumulativen Wirkung von Schuldenaufbau, Inflation, Geopolitik und Marktfragilität, die schließlich eine heftige Neubewertung erzwingen könnten.

Warum der Anleihenmarkt auf einem Pulverfass sitzt

Dimons Argument stützt sich auf vier Druckpunkte.

Erstens steigen die Staatsschulden rapide. Das Congressional Budget Office erklärte in seinem Ausblick vom Januar 2025, dass das Bundesdefizit, bereinigt um Timing-Verschiebungen, bis 2035 auf 2,7 Billionen USD (ca. 2,4 Billionen €) anwachsen würde.

Zweitens hat die Inflation noch viele Pfade zur Wiederbeschleunigung.

Dimon sagte diese Woche zu Reuters, Stagflation bleibe ein Worst‑Case‑Szenario, und verwies auf den Iran‑Konflikt, die Wiederaufrüstung weltweit, Infrastrukturinvestitionen und Defizite als inflationäre Kräfte.

Drittens können geopolitische Brandherde von Iran bis Ukraine den Ölpreis nach oben treiben und die Versorgungsketten instabil halten.

Viertens hat die Regulierung nach 2008 die Bereitschaft der Banken verringert, einen breit angelegten Anleihenverkauf zu absorbieren.

Kurz gesagt: Eine Anleihenkrise entsteht, wenn zu viele Inhaber gleichzeitig die Flucht ergreifen, Käufer ausbleiben, die Renditen stark ansteigen und die Zentralbanken als Auffangnetz eingreifen müssen.

Die Gilt‑Krise 2022 in Großbritannien war der Warnschuss

Dimon spricht nicht nur theoretisch, er verwies auf die Gilt‑Krise 2022 in Großbritannien als modernes Beispiel dafür, wie schnell ein Anleihenmarkt zusammenbrechen kann.

Damals verkauften Pensionsfonds, die Liability‑Driven‑Investment‑Strategien verwendeten, in großer Eile Gilts, um Nachschussforderungen zu erfüllen; die Renditen schossen in die Höhe und die Bank of England griff mit Notkäufen ein, um die Ordnung wiederherzustellen.

Die Episode zeigte, dass selbst fortgeschrittene Volkswirtschaften einer ungeordneten Anleihenabwicklung ausgesetzt sein können, wenn Hebelwirkung und Liquiditätsmismatches zusammenkommen.

Am selben Tag auf CNBC setzte Subadra Rajappa von Societe Generale ein hilfreiches Gegengewicht: Sie sagte, sie sei besorgt über die globale Verschuldung, aber es sei noch zu früh, von einer umfassenden Schuldenkrise zu sprechen.

Das ist die zentrale Spannung an den Märkten: Die Risiken sind klar, aber es besteht noch kein Konsens, dass der Bruchpunkt nahe ist.

Wie geht es weiter?

Dimons Botschaft lautet nicht, dass ein Zusammenbruch unvermeidlich sei; sie lautet, dass politische Entscheidungsträger handeln sollten, bevor die Märkte sie dazu zwingen.

Diese Warnung reiht sich nun in einen breiteren Chor der Vorsicht ein.

Dimon sieht Stagflation weiterhin als Risiko, während der IWF erklärt hat, die Risiken für die globale Finanzstabilität seien angesichts des Kriegs im Nahen Osten erhöht.

Verunsicherung im Bereich Private Credit veranlasst bereits einige Fonds, Rücknahmen zu begrenzen — ein Hinweis darauf, dass Stress oft zuerst in Randbereichen des Finanzsystems zutage tritt, bevor er sich weiter ausbreitet.

Dimons Kernpunkt war einfach: Defizite, Öl, Geopolitik und die Finanzinfrastruktur hängen zusammen, und der Auslöser kann unvorhersehbar sein.