Brent-Rohölpreisprognose, da Trump mit Angriff auf Iran droht

Brent-Rohölpreisprognose, da Trump mit Angriff auf Iran droht
Crispus Nyaga
03. Mai 2026, 09:04 AM

Unterstützt von

Invezz
Brent-Rohöl (BCO)

Kaufen: Positionen im Frontmonat Brent (z. B. BCO oder Brent-Futures). Der Artikel weist auf steigendes geopolitisches Risiko hin: Trump erwägt Schläge, und Iran setzt eine Einmonatsfrist für Verhandlungen, warnt jedoch vor einer Eskalation. Jeder Auslöser durch „Fehlverhalten“ kann die Versorgungserwartungen schnell verknappen, und das Chart-Setup (Golden Cross, Ausbruch über den absteigenden Kanal) stützt eine Fortsetzung in Richtung $120.

Kernrisiko: Ein glaubwürdiger, schneller Deal, der die Straße von Hormus wieder öffnet und die Schlagdrohung beseitigt, wodurch die Kriegsprämie zusammenbrechen würde.

Ölfeldservices (SLB)

Kaufen: Schlumberger (SLB). Sekundäreffekt: Eskaliert die US‑Iran‑Situation, verlagert sich der Markt von „Furcht vor Nachfragerückgang“ zu „Versorgungsunterbrechungen und Infrastruktur‑Risiken“, was die Ausgaben für Feldinstandhaltung, Produktionsoptimierung und schnelle Reparaturen in der Region und weltweit erhöht. Das hebt tendenziell die Nachfrage nach Ölfeldservices, selbst bei volatilen Rohölpreisen.

Kernrisiko: Eine ausgehandelte Einigung, die den Konflikt entschärft und die durch Störungen bedingten Investitions‑/Reparaturerwartungen reduziert.

  • Der Brent-Rohölpreis ist zwei Wochen in Folge gestiegen.
  • Donald Trump drohte mit einem erneuten Angriff auf den Iran.
  • Die technische Analyse deutet darauf hin, dass der Preis in diesem Jahr weiter steigen dürfte.

Der Brent-Rohölpreis ist zwei Wochen in Folge gestiegen und erreichte den höchsten Stand seit dem 16. März dieses Jahres. Er schloss die Woche bei $109, da Anleger die anhaltenden Entwicklungen im Nahen Osten reflektierten, wo der fragile Waffenstillstand zwischen den USA und Iran weiterhin bestand.

Donald Trump prüft den Iran-Vorschlag

Der Brent-Preis schnellte letzte Woche nach oben, nachdem Admiral Brad Cooper das Weiße Haus getroffen und es über mögliche Kriegspläne informiert hatte. Seine drei Optionen umfassten einen begrenzten Schlag gegen den Iran, um ihn zu einer Vereinbarung zu drängen, einen Plan, das hochangereicherte Uran in Besitz zu nehmen, und die Kontrolle über die Straße von Hormus zu übernehmen.

All diese Optionen würden eine schärfere Reaktion der Iraner nach sich ziehen, die glauben, noch mehrere Trümpfe zu haben, darunter die Sperrung des Roten Meeres und Angriffe auf Öl-Infrastruktur in der Region.

Die Ölpreise schlossen die Woche niedriger, nachdem Medienberichte nahelegten, dass die beiden Seiten mit Unterstützung der Pakistaner weiter verhandelten. In einer Erklärung am Samstag bestätigte Donald Trump, dass die USA einen 14-Punkte-Plan aus dem Iran erhalten hätten.

Nach Angaben von Axios setzte Iran eine Einmonatsfrist für Verhandlungen über einen Vertrag, um die Straße von Hormus wieder zu öffnen, die US-Marineblockade zu beenden und den Krieg im Iran und im Libanon dauerhaft zu beenden.

Der neue Vorschlag sieht außerdem einen weiteren Monat vor, um über ein neues Atomabkommen zu verhandeln. Trump erklärte, er sei mit dem Vorschlag unzufrieden und warnte, er könne neue Schläge anordnen, falls sich Iran falsch verhalte. Einige Mitglieder der Trump-Administration sind der Auffassung, dass Iran nur Zeit kaufe.

Daher besteht weiterhin das Risiko, dass die beiden Seiten wieder in einen Krieg zurückfallen, was die Ölpreise kurzfristig deutlich nach oben treiben würde. Eine nächste Kriegsphase wäre tödlicher, da sie wichtige Infrastrukturprojekte in der Region einschließen würde.

Gleichzeitig wird der Brent-Preis nur verhalten auf den jüngsten OPEC+-Vorschlag reagieren, in diesem Jahr das Angebot zu erhöhen. Länder werden die Fördermengen in den kommenden Wochen steigern. Obwohl das relevant ist, wird die Wirkung aufgrund des andauernden Krieges begrenzt sein.

Technische Analyse des Brent-Rohölpreises

crude oil price

Rohölpreis-Chart | Quelle: TradingView 

Die Wochen-Chart zeigt, dass der Brent-Preis von einem Tief bei $55 auf aktuell $109 gestiegen ist. Es hat bereits ein Golden Cross gebildet, da sich die 50‑Wochen‑ und 200‑Wochen‑EMA (Exponentielle Gleitende Durchschnitte) gekreuzt haben.

Der Preis ist über die obere Begrenzung des absteigenden Kanals ausgebrochen, der Teil eines bullischen Flaggenmusters ist – ein übliches Fortsetzungssignal in der technischen Analyse. 

Daher dürfte der Preis voraussichtlich weiter steigen, da die Bullen das nächste wichtige Widerstandsniveau bei $120 anpeilen. Ein Ausbruch über dieses Level würde bei andauernden Kampfhandlungen auf weitere Gewinne hindeuten.