Kupferpreis-Analyse: US‑Iran‑Krieg als starker Preistreiber

Kupferpreis-Analyse: US‑Iran‑Krieg als starker Preistreiber
Crispus Nyaga
03. Mai 2026, 22:25 PM

Unterstützt von

Invezz
Comex Copper (HG)

Kaufen Sie Comex‑Kupfer‑Futures (HG) oder einen Kupfer‑ETF wie COPX. Der Artikel verweist auf bullische Kupfer‑Fundamentaldaten plus einen geopolitischen Rückenwind: verbesserte Stimmung durch mögliche US‑Iran‑Friedensgespräche und eine wahrscheinliche Elektrifizierungswelle nach einem massiven Energieschock. Der Preis ist zurück im Aufwärtskanal und das Todeskreuz dreht sich um, mit Widerstand bei $6,15 und Aufwärtspotenzial in Richtung $6,20 und dann $6,58.

Kernrisiko: Das Scheitern der Friedensgespräche und eine Eskalation des Kriegs könnten eine globale Wachstumspanik auslösen, die die industrielle Nachfrage einbrechen lässt und Kupfer wieder unter den Aufwärtskanal drückt (unterhalb von ~$5,96).

Gold & Silver (sicherer Hafen)

Kaufen Sie Gold (GLD) und Silber (SLV). Dieselbe Zuversicht in Bezug auf Friedensgespräche hebt die Edelmetalle, und der Artikel stellt einen Zusammenhang zwischen dem US‑Iran‑Konflikt, erhöhter Volatilität und erneuter Risikobereitschaft her. Bleibt Kupfer durch die Elektrifizierung stabil, sollte Silber sowohl von industrieller Nachfrage als auch vom breiteren „Geopolitik = höhere Edelmetalle“‑Flow profitieren.

Kernrisiko: Ein starker Wechsel zu Risk‑Off‑Märkten (keine Fortschritte bei den Friedensgesprächen, Ausweitung des Konflikts) würde eine scharfe Dollar‑Rally auslösen und die Dynamik bei den Edelmetallen schnell zurückdrehen.

  • Der Kupferpreis hat die Verluste ausgeglichen, die während der über sechs Wochen andauernden US‑Iran‑Konfliktphase entstanden sind.
  • Hinweise auf eine zweite Runde von Friedensgesprächen haben die Risikobereitschaft verbessert.
  • Der kriegsbedingte Energieschock dürfte ein bedeutender bullischer Anreiz für den Kupfermarkt sein.

Der seit über sechs Wochen andauernde US‑Iran‑Krieg hat sowohl Edelmetalle als auch Industriemetalle stark beeinflusst. Die Fundamentaldaten am Kupfermarkt bleiben beispielsweise weiterhin positiv. Allerdings haben kriegsbedingte Sorgen um die Gesundheit der Weltwirtschaft die Volatilität erhöht.

Während Schlagzeilen den Markt weiterhin beeinflussen, stützen Hinweise auf eine zweite Runde von Friedensgesprächen Dr. Copper. Außerdem wirkt der Energieschock, den die EIA als die größte Öl‑Unterbrechung der Geschichte bezeichnete, als Anreiz für eine verstärkte Elektrifizierung. 

Zum Zeitpunkt der Erstellung lagen die Comex‑Kupfer‑Futures bei $6,08 je Pfund. Damit zogen sie sich von dem zweieinhalb Monate hohen Intraday‑Stand bei $6,14 zurück. In London stieg der Kupferpreis auf den höchsten Stand seit dem 27. Februar; einen Tag bevor US‑ und israelische Streitkräfte Iran angriffen.

Geopolitische Konflikte dürften den Kupferpreis zu neuen Höchstständen treiben

Der Kupferpreis hat sich nun eine Woche lang kontinuierlich erholt und die Verluste ausgeglichen, die seit Beginn des US‑Iran‑Kriegs vor über sechs Wochen entstanden waren. Neben den bullischen Nachfrage‑/Angebotsdynamiken hat die Hoffnung auf ein Abkommen zwischen den USA und Iran die Marktstimmung verbessert. 

Als der Konflikt Ende Februar ausbrach, wurde Dr. Copper durch verstärkte Sorgen um die Weltwirtschaft belastet. Inzwischen hat das vor einer Woche angekündigte zweiwöchige Waffenstillstandsabkommen das rote Metall wieder oberhalb des Aufwärtskanals gebracht, der seine Kursbewegungen seit Mitte 2025 prägte. Die Risikobereitschaft wurde zusätzlich durch Nachrichten gestärkt, wonach Washington und Teheran eine zweite Runde von Friedensgesprächen erwägen. 

Darüber hinaus wird der kriegsbedingte Energieschock nun ein wichtiger Anreiz für den Kupfermarkt sein. Mehr denn je wird die Welt bestrebt sein, ihre Abhängigkeit von Rohöl durch Elektrifizierung zu verringern. Infolgedessen wurden die Markttrends, die den Kupferpreis Ende Januar auf ein Allzeithoch getrieben hatten, nochmals verstärkt.  

Bemerkenswert ist, dass die Zuversicht hinsichtlich der US‑Iran‑Friedensgespräche auch andere Edel- und Industriemetalle gestützt hat. Bereits am Mittwoch stiegen Gold‑ und Silberpreise auf Niveaus, die zuletzt vor vier Wochen verzeichnet wurden. 

Technische Analyse des Comex‑Kupferpreises

Der Kupferpreis stieg am Mittwoch auf ein zweieinhalb Monate hohes Niveau, bevor er zurückfiel. Das Metall verzeichnete etwa eine Woche lang stetige Gewinne und knackte am Montag erstmals seit Beginn des US‑Iran‑Kriegs am 2. März die Marke von $6 pro Pfund. Allerdings fehlte ihm bislang die nötige Dynamik, um die monatelange Widerstandszone bei $6,15 zu durchbrechen. 

Blickt man auf das Tageschart, deutet vieles darauf hin, dass der Comex‑Kupferpreis weiterhin am Widerstand bei $6,15 scheitern könnte, da die Märkte den laufenden US‑Iran‑Konflikt und dessen Einfluss auf die globale Wirtschaftslage verfolgen. Das in den vergangenen drei Wochen bestehende bearish Todeskreuz scheint sich jedoch umzukehren. Zudem bringen die jüngsten Gewinne das Asset zurück in den Aufwärtskanal, der seine Bewegungen seit fast einem Jahr prägt. 

Auf Basis dieser technischen Indikatoren ist kurzfristig die Spanne zwischen $6,15 und $5,96 besonders zu beobachten. Unterhalb dieser Spanne dürfte $5,85 voraussichtlich Halt bieten, da das Metall innerhalb des monatelangen Aufwärtskanals bleibt. Auf der Oberseite würde ein weiterer Anstieg das nächste Ziel bei $6,20 ansteuern, wobei die Bullen das zu Jahresbeginn erreichte Allzeithoch bei $6,58 ins Visier nehmen.