Gold steigt 2%: Markt in Aufruhr, Ölpreise treiben Volatilität

Gold steigt 2%: Markt in Aufruhr, Ölpreise treiben Volatilität
Sayantan Sarkar
06. Mai 2026, 07:04 AM

Unterstützt von

Invezz
COMEX Gold (GC)

Kaufen Sie COMEX-Gold-Futures (GC) oder GLD. Der Artikel verweist auf einen schwächeren USD und ein nachlassendes Iran‑Risiko (Friedenshoffnungen + anhaltende Waffenruhe), was die geopolitische Risikoprämie des Öls reduziert und den Inflationsdruck verringert – beides stützt Gold. Zudem erholt sich Gold bereits von der Basis bei rund $4,500, was darauf hindeutet, dass der Markt in Richtung „niedrigere Zinsen / geringeres Ölrisiko“ umpreist.

Kernrisiko: Ein plötzlicher stärkerer US‑Dollar oder eine Gegenreaktion der Fed, die reale Renditen wieder ansteigen lässt und damit das Aufwärtspotenzial von Gold dämpft.

COMEX Silver (SI)

Kaufen Sie COMEX‑Silber‑Futures (SI) oder SLV. Silber reagiert ausgeprägter (+3,5%) und profitiert tendenziell, wenn die "Risikoprämie" bei Rohstoffen sinkt und die Edelmetalle wieder Momentum gewinnen. Da sich Gold im Bereich der hohen $4.000er stabilisiert, begünstigt Silbers Bandbreiten‑Setup ($73–$80) einen Ausbruchsversuch nach oben.

Kernrisiko: Silber könnte unterperformen, falls der Markt wieder zu höheren Zinserwartungen zurückkehrt (Öl steigt / Renditen steigen) und Silber dadurch wieder in die $73–$80‑Spanne zurückzieht.

  • Gold steigt 2% wegen schwächerem Dollar und Optimismus bezüglich eines US‑Iran-Friedensabkommens.
  • Der Ölpreisrückgang reduziert die Risikoprämie und befeuert die starke Erholung des Goldpreises.
  • Der Markt beobachtet Fed‑Politik und Payrolls‑Daten als nächsten Treiber für Gold.

Die Goldpreise sprangen am Mittwoch um fast 2% aufgrund eines schwächeren Dollars gegenüber einem Korb wichtiger Währungen und Hoffnungen auf ein US‑Iran-Friedensabkommen. 

US-Präsident Donald Trump kündigte am Dienstag an, er werde eine Operation zur Unterstützung von Schiffen durch die Straße von Hormus vorübergehend aussetzen.

Diese Entscheidung, so sagte er, sei aufgrund positiver Entwicklungen in Richtung einer umfassenden Einigung mit Iran getroffen worden.

Goldpreise stiegen, als die Ölpreise fielen. Dieser Rückgang der Ölpreise wurde laut Kelvin Wong, leitender Marktanalyst bei OANDA, auf eine verringerte "geopolitische Risikoprämie" zurückgeführt. 

Der Rückgang folgte auf die Bestätigung der USA, dass die fragile Waffenruhe mit Iran trotz eines kurzen Gefechts Anfang der Woche weiterhin gilt.

Zum Zeitpunkt der Erstellung lag der COMEX-Goldkontrakt bei $4,657.70 pro Unze, ein Anstieg von 2% gegenüber dem Schlusskurs des Vortages. 

Entspannung der Geopolitik und Währungseinfluss

Nach einem Hinweis Trumps, dass ein Friedensabkommen zur Beendigung des Kriegs mit Iran erreichbar sein könnte, fielen der US-Dollar und die Rohölpreise.

Dieser Rückgang der US-Währung macht in Dollar bepreiste Metalle für Anleger mit anderen Währungen erschwinglicher.

Höhere Rohölpreise können die Inflation anheizen, was wiederum die Wahrscheinlichkeit höherer Zinsen erhöht.

Obwohl Gold typischerweise als Inflationsschutz gilt, steigern hohe Zinsen die Attraktivität renditebringender Anlagen und schmälern damit die Anziehungskraft von Gold.

For gold, the next driver will be the outlook for interest rates, with US Treasury borrowing plans and key economic data likely to shape expectations for Fed policy.

Ewa MantheyCommodities strategist at ING Economics.

“The main downside risk is a stronger dollar or renewed Fed pushback on easing,” Manthey said.

Später in dieser Woche wird die Veröffentlichung der US-Nonfarm-Payrolls erwartet; Anleger beobachten genau, welche Folgen sie für die Geldpolitik der Federal Reserve haben könnte. 

Die Daten werden zeigen, ob die Widerstandsfähigkeit der Wirtschaft ausreicht, um die aktuelle Geldpolitik aufrechtzuerhalten, oder ob ein nachlassender Arbeitsmarkt eine erneute Prüfung von Zinssenkungen erforderlich machen könnte.

Ungewissheit

Doch obwohl die Goldpreise am Mittwoch stark stiegen, bleibt der Markt volatil. 

Seit Beginn des Iran-Kriegs sind die Ölpreise wohl der entscheidende Faktor für die Goldpreisentwicklung.

Steigende Ölpreise, die auf höhere Inflation und eine straffere Geldpolitik hindeuten, drücken typischerweise den Goldpreis wegen gestiegener Opportunitätskosten.

Dieses inverse Korrelationsmuster war laut Commerzbank AG in den vergangenen sieben Handelstagen konsistent.

Bis Montag jedoch hatten sich die Goldpreisbewegungen zunehmend abgeschwächt, was auf ein mögliches temporäres Gleichgewicht bei $4,600 pro Unze hindeutete, schrieb Barbara Lambrecht, Rohstoffanalystin der deutschen Bank, in einem Bericht.

Der Goldpreis fiel auf ein Einmonatstief und schloss bei etwas über $4,500 pro Unze, nachdem er am Montag unter $4,550 gefallen war.

Der Rückgang wurde durch Furcht vor steigenden Zinsen ausgelöst, genährt von robusten US-Aufträgen und einem Anstieg der Ölpreise.

In den folgenden Handelssitzungen am Dienstag und Mittwoch erholte sich Gold von deutlichen Verlusten, doch blieb der Markt hinsichtlich der nächsten Bewegung des gelben Metalls nervös. 

Während Zentralbanken im ersten Quartal Netto-Käufer waren und insgesamt 27 Tonnen Gold akkumulierten, zeigten Daten des World Gold Council im März eine Wende: Sie wurden mit rund 30 Tonnen Nettoverkäufen zu Nettoverkäufern.

Unter den anderen Edelmetallen stiegen die Silberpreise auf der COMEX um 3,5% auf $76.170 pro Unze. Das Metall verharrte in einer breiten Spanne von $73–$80 pro Unze.