Kupfer trotzt den Wirren im Nahen Osten und zielt auf Rekordhochs

Kupfer trotzt den Wirren im Nahen Osten und zielt auf Rekordhochs
Sayantan Sarkar
11. Mai 2026, 09:44 AM

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Invezz
LME-Kupfer (HG)

Long-Positionen in LME-3-Monats-Kupferfutures (HG) oder ein Kupfer-ETF als Proxy aufbauen. Der Artikel verweist auf knappe Versorgung (Bestände auf Mehrjahrestiefs) und strukturelle Nachfrage durch Elektrifizierung/Erneuerbare Energien/Elektrofahrzeuge (EVs), wobei sich Kupfer bereits vom Lärm aus dem Nahen Osten entkoppelt und Rekordhochs über LME-Kontrakte erzielt. Momentum und Fundamentaldaten sprechen gleichermaßen dafür, „long“ in Richtung neuer Hochs zu bleiben.

Kernrisiko: Ein plötzlicher Angebotsanstieg oder eine Wiederauffüllung der Bestände (neue Minenproduktion, starke Schrottzuflüsse oder ein Nachfrageeinbruch), die die Story der knappen Versorgung widerlegt.

Industrie-Metallkorb (LME Zink/Aluminium)

Long-Position in einem Korb von Industriemetallen über LME-gebundene Produkte (z. B. Zink-/Aluminium-Futures oder ein breiter Industriemetall-ETF) aufbauen. Die Rallye ist breit angelegt (5 von 6 LME-Kontrakten im Plus) und Kupfer führt, was normalerweise den Rest des Komplexes nach oben zieht, wenn der Treiber knappe Versorgung + Nachfrage durch Elektrifizierung ist und nicht die Geopolitik.

Kernrisiko: Ein Wachstumsschock, der die industrielle Nachfrage breit trifft (nicht nur Kupfer) und dazu führt, dass sich der gesamte Korb gemeinsam zurückbildet.

  • Kupferpreise steigen Richtung Rekordhochs und trotzen dem Konflikt im Iran.
  • LME-Preisindex für Metalle erreicht Rekord, da die Nachfrage das knappe Angebot übertrifft.
  • Händler konzentrieren sich auf Fundamentaldaten und ignorieren die Unsicherheit im Nahen Osten.

Die Kupferpreise steigen auf Rekordhöhen und trotzen der Unsicherheit durch den Krieg im Nahen Osten, da Händler auf starke Nachfrage und knappe Versorgung setzen.

Die Rallye zeigt, wie sich Industriemetalle vom geopolitischen Risiko entkoppeln, wobei Kupfer die Gewinne an der London Metal Exchange anführt.

Der Kupferpreis am LME stieg letzte Woche um 5 %, womit er die Performance anderer Industriemetalle deutlich übertraf.

Diese starke Bewegung ist zum Teil wahrscheinlich auf ein verbessertes Marktvertrauen hinsichtlich der Lage in der Straße von Hormus zurückzuführen.

Kupferrallye trotzt geopolitischen Spannungen  

Kupfer steht auf dem Weg zu seinem bislang höchsten Schlusskurs, da Händler den Stillstand zwischen den USA und Iran beiseiteließen und sich einer breiteren Rallye risikoreicher Anlagen anschlossen, laut einem Bericht von Bloomberg.

Fünf der sechs Hauptkontrakte an der London Metal Exchange (LME) verzeichneten Gewinne, wobei der umfassende Preisindex der Börse den Freitag auf einem Rekordhoch beendete.  

Trotz des anhaltenden Kriegs im Nahen Osten und der Sperrung der Straße von Hormus, die Öl- und Gasströme stört, haben sich die Metallmärkte als widerstandsfähig erwiesen.

Analysten führen dies auf Hinweise zurück, dass die Nachfrage das Angebot übersteigt, insbesondere bei Kupfer, das für Elektrifizierung und Infrastruktur erneuerbarer Energien von zentraler Bedeutung ist.  

Nachfrage übersteigt Angebot  

Die Stärke von Kupfer spiegelt ein strukturelles Nachfragewachstum aus Sektoren wie Elektrofahrzeugen, Stromnetzen und Projekten erneuerbarer Energien wider.

Bloomberg stellte fest, dass Händler zunehmend davon überzeugt sind, dass die Angebotsengpässe anhalten werden, da die Bestände auf Mehrjahrestiefs liegen.

Die Rallye kommt, obwohl die breiteren Rohstoffmärkte volatil bleiben.

Die Ölpreise haben aufgrund von Schlagzeilen über Waffenstillstandsverhandlungen stark ausgeschlagen, während Gold durch Nachfrage als sicherer Hafen gestützt wurde.

Kupfer hat dagegen Unabhängigkeit vom geopolitischen Rauschen gezeigt und unterstreicht damit seine Rolle als Indikator für die industrielle Nachfrage.  

Marktstimmung und Risikobereitschaft  

Der Anstieg bei Kupfer hängt auch mit einer breiteren Rallye bei risikoreichen Anlagen, einschließlich Aktien, zusammen, da Anleger trotz geopolitischer Unsicherheit wieder Vertrauen gewinnen.

Dem Bericht zufolge „trotzen“ Händler dem Konflikt im Nahen Osten und konzentrieren sich stattdessen auf die Fundamentaldaten.

Diese Widerstandsfähigkeit steht im Kontrast zu den Energiemärkten, wo Futures weiterhin sehr empfindlich auf Schlagzeilen reagieren.

Wie Warren Patterson von ING Economics kürzlich beobachtete, bleiben die Ölpreise „sehr sensibel gegenüber Nachrichten rund um den Iran“.

Kupfer hingegen wird eher von Angebot‑Nachfrage-Fundamentaldaten als von politischen Zeitplänen getrieben.

Ausblick: Rekordhochs in Sicht  

Da Kupfer auf einen Rekordschluss zusteuert, erwarten Analysten, dass das Metall kurzfristig gestützt bleibt.

Der zusammengesetzte Preisindex der LME, der ein Rekordhoch erreicht hat, unterstreicht die Breite der Rallye bei Industriemetallen, von Zink bis Aluminium.

Dennoch bleiben Risiken. Jede Eskalation des Konflikts im Nahen Osten könnte das globale Wachstum belasten und indirekt die Metallnachfrage beeinträchtigen.

Fürs Erste deutet die Entwicklung von Kupfer jedoch darauf hin, dass die industrielle Nachfrage stark genug ist, um geopolitische Gegenwinde auszugleichen.

Die Kupferrallye hin zu Rekordhochs hebt eine markante Divergenz bei den globalen Rohstoffen hervor: Während Öl von Schlagzeilen aus dem Nahen Osten abhängig bleibt, werden Industriemetalle von struktureller Nachfrage und knapper Versorgung angetrieben.

Händler setzen darauf, dass Kupfer weiter steigen wird, obwohl die geopolitische Unsicherheit anhält.  

Zum Zeitpunkt der Berichterstattung lag der Dreimonatskontrakt für Kupfer an der London Metal Exchange bei $13,602 pro Tonne, ein Plus von 0.3% gegenüber dem vorherigen Schlusskurs.