Intel-Aktie fällt wegen firmenspezifischer Sorgen; AMD im sektorweiten Ausverkauf

Intel-Aktie fällt wegen firmenspezifischer Sorgen; AMD im sektorweiten Ausverkauf
Wajeeh Khan
15. Mai 2026, 18:07 PM

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Invezz
Short auf INTC

Verkaufen Sie Intel (INTC). Die Nachrichten treffen doppelt: Der Marktanteil bei Server‑CPUs stürzt auf 54,9 % ab und die Foundry‑Partnerschaft mit Apple schrumpft wahrscheinlich auf ältere, niedrigpreisige Komponenten (nicht auf Flaggschiff‑2‑nm‑Mobilprozessoren). Da INTC in diesem Jahr die Halbleiteraktie mit dem höchsten Beta ist, dürfte ein ‚wer zuerst drin ist, ist zuerst raus‘‑De‑Risking den Druck auf die Aktie aufrechterhalten, selbst wenn sich der Sektor stabilisiert. Ein zentraler Katalysator ist eine Multiple‑Kompression, nachdem UBS blasenähnliche Bewertungs‑Ausreißer identifiziert hat.

Kernrisiko: Der Umfang der Foundry-/Apple‑Partnerschaft erweist sich als größer als befürchtet und der Server‑Marktanteil stabilisiert sich schneller als erwartet, wodurch die Multiple‑Anpassung ausbleiben könnte.

Short auf AMD

Verkaufen Sie AMD (AMD). Auch wenn AMD ein Favorit der KI‑Revolution ist, besteht das Setup aus sektorweitem De‑Risking plus einer direkten Margenbedrohung: UBS warnt, dass der Goldrausch bei KI‑Servern hyperkompetitiv wird, da Arm‑basierte Chips und kundenspezifisches Silizium an Bedeutung gewinnen, was AMD zu einer Neubewertung seines Premium‑Multiples zwingen könnte. Hinzu kommt die makroökonomische Belastung – höhere Renditen und Sorgen um hartnäckige Inflation – die die Nachfrage nach kapitalintensiven Chips und die Risikobereitschaft belastet.

Kernrisiko: AMD zeigt starke Dynamik im AI‑Server‑Geschäft und Margenresilienz (positive Überraschung mit Anhebung der Prognose plus starke Guidance), die makroökonomischen und wettbewerblichen Druck ausgleicht.

  • Intel-Aktie fällt, nachdem UBS einen Rückgang des Server-CPU-Marktanteils offenlegt.
  • Auch AMD-Aktien verlieren im Zuge eines makrogetriebenen Ausverkaufs bei Halbleiterwerten.
  • Sowohl Intel als auch AMD liegen dennoch deutlich über ihren Jahrestiefs.

Die Aktien von Intel (INTC) und Advanced Micro Devices AMD stehen heute Morgen deutlich im Minus vor dem Hintergrund eines breiteren, makrogetriebenen Ausverkaufs bei US-Halbleiterwerten.

Anleger scheinen Gewinnmitnahmen vorzunehmen nach parabolischen, mehrere Wochen andauernden Rallys, die die Bewertungen auf historische Extreme getrieben haben.

In der Tat bezeichneten UBS-Analysten die aktuellen Multiples in einer heutigen Research-Notiz als „statistische Ausreißer“ – ein Signal, das blasenähnliche Tendenzen anzeigt.

Hinzu kommt, dass diese Massenabflüsse durch defensive Positionierungen vor Nvidias „hochbrisanten“ Quartalszahlen, die am 20. Mai erwartet werden, noch verstärkt werden.

Da eine 95%-Wahrscheinlichkeit für eine positive Überraschung mit anschließender Prognoseanhebung bereits eingepreist ist, reduzieren Anleger das Risiko im gesamten KI-Ökosystem, statt auf weiteren Aufwärtsspielraum zu spekulieren.

Warum die AMD-Aktie heute fällt

Obwohl AMD weiterhin zu den Favoriten der KI-Revolution zählt, wird die Aktie derzeit von einer Welle makroökonomischer Volatilität belastet.

Die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihe stieg am Freitag auf ein neues Hoch und entzieht hoch bewerteten Wachstumswerten Liquidität, deren künftige Erträge nun mit einem höheren Diskontsatz bewertet werden.

Zu diesem „risk-off“-Sentiment kommen eskalierende Spannungen im Nahen Osten mit Iran hinzu – die Brent-Preise sind angestiegen und die Sorge vor einer „hartnäckigen“ Inflation ist zurückgekehrt.

Dementsprechend preist der Terminmarkt inzwischen höhere Wahrscheinlichkeiten für eine Fed-Zinserhöhung statt der lang erwarteten Senkung ein, ein Szenario, das kapitalintensive Branchen wie die Chipfertigung belastet.

Am 15. Mai gießt zudem ein neuer Bericht der UBS zusätzliches Öl ins Feuer und warnt, dass der Goldrausch bei KI-Servern in eine hyperkompetitive Phase eintritt.

Da Arm-basierte Chips und kundenspezifische Siliziumlösungen an Bedeutung gewinnen, fürchten Analysten, dass die Margen der traditionellen x86-CPU-Hersteller zusammengedrückt werden könnten, was eine Neubewertung des Premium-Multiples der AMD-Aktie erzwingen würde.

Warum die Intel-Aktie heute bröckelt

Neben den bereits genannten makroökonomischen Gegenwinden gerät die Intel-Aktie außerdem aufgrund einer eher unternehmensspezifischen Katastrophe unter Druck.

UBS-Daten zeigen einen verheerenden Einbruch des Marktanteils im Server-CPU-Geschäft auf 54,9 %, was einem brutalen sequenziellen Rückgang von 370 Basispunkten entspricht.

Die Verluste beschränken sich nicht nur auf das Rechenzentrum; Gerüchte aus dem Valley deuten darauf hin, dass INTCs vielgepriesene Foundry-Partnerschaft mit Apple deutlich kleiner ausfallen könnte als von Anlegern erhofft. 

Berichte deuten nun darauf hin, dass das Abkommen möglicherweise auf ältere, niedrigpreisige Komponenten beschränkt ist, statt auf Flaggschiff‑2‑nm‑Mobilprozessoren.

Das macht Intel verwundbar, da die Aktie in diesem Jahr das höchste Beta innerhalb der Halbleitergruppe aufweist.

Aufgrund dieser massiven Überdehnung führt INTC den Rückzug der Halbleiterwerte an – da unter institutionellen Anlegern, die ihre Jahresgewinne schützen wollen, die Mentalität „wer zuerst drin ist, ist zuerst raus“ vorherrscht.

Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung haben Wall-Street-Firmen eine Konsens-​Empfehlung „halten“ für Intel, mit einem durchschnittlichen Kursziel von lediglich $83, was ein weiteres Abwärtspotenzial von rund 23 % signalisiert.