Warum die Nvidia-Aktie nach starken Quartalszahlen 2% verliert
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Nvidia (NVDA) kaufen. Die Ergebnisse waren herausragend und die Prognosen beschleunigen weiter (Q2-Umsatz +95%, jährliche KI‑Infrastruktur‑Ausgaben $3T–$4T). Der Kursrückgang ist eher Bewertungs‑/Positionsbildungsbedingt als Ausdruck nachgebender Nachfrage. Die These lautet, dass Hyperscaler und Unternehmen weiterhin für knappe KI‑Rechenkapazität zahlen und Nvidias Plattform (GPUs + Networking + Roadmap wie Vera Rubin) Marktanteile gewinnt, auch wenn der Wettbewerbsdiskurs zunimmt.
Kernrisiko: US‑China‑Chipbegrenzungen werden wieder verschärft und Nvidia verliert längerfristig bedeutende China‑Umsätze, als der Markt erwartet.
AMD (AMD) verkaufen. Der Artikel weist auf langfristigen Wettbewerb bei KI‑Chips und kundenspezifischer Infrastruktur hin; Nvidia gewinnt ausdrücklich Marktanteile im Inferenz‑Segment und im Hyperscale‑Computing und dringt zudem in CPUs vor. Falls Nvidias Kostensenkung und Plattformvorteil die Token‑Generierungskosten weiter fallen lassen, gerät AMDs Momentum bei AI‑Acceleratoren unter Druck und Multiple‑Kompression kann folgen.
Kernrisiko: AMD erzielt einen großen Design‑Win für einen AI‑Accelerator bei Hyperscalern, der Nvidias Marktanteilsgewinne ausgleicht.
- Nvidia verzeichnete erneut ein deutliches Gewinnübertreffen, getrieben vom KI‑Datacenter‑Nachfrageboom.
- Die Aktie gab nach, da Anleger Wettbewerb und bereits hohe Erwartungen abwogen.
- Die Wall Street bleibt hinsichtlich des langfristigen Wachstums der KI‑Infrastruktur-Ausgaben optimistisch.
Nvidia NVDA legte erneut einen herausragenden Quartalsbericht vor, doch Anleger zeigten sich unbeeindruckt, da die Aktie Probleme hatte, anzuziehen.
Die Aktien fielen am Donnerstagmorgen um rund 1.9% und rutschten im frühen Handel auf etwa $219.62.
Die verhaltene Reaktion kam, obwohl Nvidia erneut die Erwartungen an der Wall Street übertraf und noch stärkere Wachstumsprognosen stellte.
Nvidia meldete im ersten Fiskalquartal einen Umsatz von $81.6 billion, ein Anstieg von 85% gegenüber dem Vorjahr und damit über den Analystenerwartungen von etwa $78.9 billion.
Das Unternehmen prognostizierte außerdem für das zweite Quartal ein Umsatzwachstum von etwa 95%.
Dennoch wirkten Anleger zurückhaltend, die Aktie unmittelbar nach den Zahlen deutlich höher zu treiben, zumal Nvidia bereits mit etwa $5.3 trillion bewertet ist und die Kurse in den vergangenen Monaten stark gestiegen waren.
Analysten wiesen zudem auf wachsende Sorgen hinsichtlich des langfristigen Wettbewerbs bei KI-Chips und bei maßgeschneiderter Recheninfrastruktur hin.
“Die Nachfrage ist explosionsartig gestiegen”
Die Ergebnisse von Nvidia wurden erneut von einem explosiven Wachstum im Datacenter-Geschäft getragen, das im Zentrum des globalen Aufbaus der KI-Infrastruktur steht.
Nvidia-Chef Jensen Huang sagte, die Nachfrage nach KI-Recheninfrastruktur beschleunige sich weiterhin rasant.
“Die Nachfrage ist explosionsartig gestiegen”, sagte Huang den Analysten während der Telefonkonferenz zu den Zahlen.
“Der Grund ist einfach: die Ära der agentischen KI ist da.”
Nvidia prognostiziert nun, dass die jährlichen Ausgaben für KI‑Infrastruktur bis zum Ende des Jahrzehnts auf zwischen $3 trillion und $4 trillion steigen könnten, da KI-Systeme in allen Branchen integriert werden.
Das Unternehmen profitiert weiterhin von enormen Ausgabenverpflichtungen seitens Hyperscalern, Unternehmen, Regierungen und Start-ups, die um den Zugang zu fortschrittlicher KI-Rechenkapazität konkurrieren.
China bleibt ein zentrales Thema
Einer der größten Anlegerfokusse bleibt China.
Nvidias KI-Chips sind zu einem zentralen Punkt im breiteren Technologiewettstreit zwischen den USA und China geworden.
Anfang dieses Jahres erlaubte die Regierung unter Trump Nvidia die eingeschränkte Wiederaufnahme von Verkäufen seiner H200-KI-Chips an chinesische Kunden unter bestimmten Auflagen.
Die H200 waren zuvor wegen Bedenken eingeschränkt worden, dass die Technologie Chinas militärische und technologische Fähigkeiten stärken könnte.
Gleichwohl erklärte Nvidia, derzeit in dieser Periode keinen Umsatzbeitrag aus Verkäufen von Datenzentrums-Chips in China zu erwarten.
Huang räumte gegenüber CNBC zudem ein, dass das Unternehmen den chinesischen Markt „weitgehend Huawei überlassen“ habe, da Beijing verstärkt auf inländische Halbleiterlieferanten setzt.
Letzte Woche begleitete Huang eine Gruppe US-amerikanischer Wirtschaftsführer auf einer offiziellen Reise von Donald Trump nach Peking, wobei unklar bleibt, inwieweit die Halbleiterpolitik dort bedeutend erörtert wurde.
Wall Street sieht weiterhin erhebliches Aufwärtspotenzial
Trotz der verhaltenen Kursexplosion hoben große Wall-Street-Häuser nach dem Ergebnisbericht überwiegend ihre Kursziele an.
Baird erhöhte sein Kursziel für Nvidia von $300 auf $500, beließ aber die Einstufung auf Outperform.
Das Haus erklärte, Nvidia gewinne weiterhin Marktanteile im AI-Inferencing und im Hyperscale-Computing und erwartet, dass die Einführung der kommenden Vera‑Rubin-Architektur bei Frontier‑AI‑Modelunternehmen schneller voranschreitet als Blackwell.
Baird hob außerdem Nvidias Vorstoß in den CPU‑Bereich hervor und schätzt, dass das Unternehmen nun Sichtbarkeit auf nahezu $20 billion an CPU-Umsatz in diesem Jahr hat.
Goldman Sachs erhöhte sein Ziel von $250 auf $285 und bestätigte die Kaufempfehlung.
Goldman sieht einen „klareren Pfad“ dafür, dass Nvidia-Aktien überdurchschnittlich performen, da die AI-Ausgaben der Hyperscaler zunehmend nachhaltiger werden.
Die Bank wies zudem darauf hin, dass Nvidia die Kosten der Token‑Generierung jährlich um mehr als 70% senken kann, was das Nachfragewachstum stützt, selbst wenn die AI‑Nutzung skaliert.
Unterdessen hob Morgan Stanley sein Kursziel von $285 auf $288 an und beließ die Einstufung bei Overweight.
Analyst Joseph Moore erklärte, die starke Compute‑Nachfrage überwiege weiterhin die Bedenken hinsichtlich kundenspezifischer AI‑Chips und anwendungsspezifischer integrierter Schaltkreise (ASICs).
Morgan Stanley wies darauf hin, dass selbst Hyperscaler, die eigene Chips entwickeln, wegen anhaltender Engpässe bei fortschrittlicher AI‑Rechenkapazität weiterhin zu bedeutenden Nvidia‑Kunden zählen.
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