Warum verkaufen Anleger Gold trotz zunehmender geopolitischer Risiken?
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Wenn Gold aufgrund gestiegener Straffungserwartungen fällt, besteht die taktische Folge darin, dass Kapital von nicht verzinslichen Absicherungen in renditetragende sichere Anlagen fließt. Kaufen Sie mittel- bis langfristige Treasuries über IEF oder TLT, um zu profitieren, falls die Chancen auf Zinserhöhungen nachlassen oder ein Risk‑Off infolge von Ölängsten im Nahen Osten zunimmt.
Kernrisiko: Die Inflation beschleunigt wieder und zwingt die Fed, länger restriktiv zu bleiben, was die Renditen von Treasuries steigen lässt und die Preise belastet.
Gold fällt, weil der Dollar nahe einem Sechswochenhoch notiert und die Märkte eine Fed‑Zinserhöhung vor Jahresende einpreisen. Höhere Realzinsen erhöhen die Opportunitätskosten des Haltens von nicht verzinslichem Edelmetall und überlagern damit die übliche Nachfrage nach einer „geopolitischen Absicherung“. Verkaufen Sie GLD (oder leerverkaufen Sie XAUUSD) bei anhaltender zinsbedingter Schwäche.
Kernrisiko: Die Fed wird rasch zinsfreundlich (oder der Dollar bricht ein), wodurch Gold wieder als Zuflucht bzw. Inflationsschutz fungieren könnte.
- Gold steuerte auf den zweiten Wochenrückgang zu, da der Dollar nahe seinen Höchstständen verharrte.
- Wetten auf Fed‑Zinserhöhungen stiegen, da Ölgewinne die Inflationsrisiken erneut in den Fokus rückten.
- Silber blieb auf Kurs für einen Wochengewinn, während Platin nachgab.
Gold fiel am Freitag und steuerte auf einen zweiten Wochenrückgang in Folge zu, da ein stärkerer US-Dollar und steigende Ölpreise die Erwartung bestärkten, die Federal Reserve müsse die Geldpolitik länger restriktiv halten.
Spot-Gold lag um 0,4% tiefer bei $4.522,89 je Unze um 02:22 GMT und damit rund 0,3% unter dem Wochenstand. US-Gold-Futures für Juni gaben ebenfalls 0,4% auf $4.524,40 nach.
Der Dollar verharrte nahe einem Sechswochenhoch, was das Edelmetall für Käufer mit anderen Währungen verteuert. Das setzte Gold unter Druck, während Anleger die Aussichten für US-Zinsen und Inflation neu bewerten.
Gold gilt üblicherweise als Inflationsschutz und Wertspeicher in Zeiten von Marktstress. Höhere Zinsen mindern jedoch seine Attraktivität, da das Edelmetall keine Rendite abwirft.
Dollarstärke belastet das Edelmetall
Die Hauptbelastung für Gold geht von der wiedererstarkten Dollarstärke und der Erwartung aus, dass die Kreditkosten hoch bleiben könnten.
„Was Gold nach unten treibt, ist der stärkere Dollar, der seinerseits durch anhaltend hohe Zinsen weltweit gestützt wird“, sagte Edward Meir, Analyst bei Marex, in von Reuters zitierten Kommentaren.
Die Märkte rechnen nun mit einer Zinserhöhung der Federal Reserve noch vor Jahresende. Das FedWatch-Tool der CME Group wies eine 60%ige Wahrscheinlichkeit für einen Schritt bis Dezember aus.
Dieser Stimmungsumschwung hat die Nachfrage nach Gold geschwächt, während Anleger abwägen, ob der Inflationsdruck stark genug ist, die Fed zu einer restriktiveren Haltung zu zwingen.
Höhere Zinsen erhöhen die Opportunitätskosten des Haltens von Edelmetall und können Kapital in renditetragende Anlagen wie Anleihen lenken.
Ölpreise verstärken Inflationssorgen
Auch die Energiemärkte beeinflussen die Goldperspektive.
Die Ölpreise stiegen, nachdem Anleger bezweifelten, ob US‑Iran‑Gespräche einen Durchbruch bringen würden, der die Spannungen im Nahen Osten entschärft.
US-Außenminister Marco Rubio sagte, es habe „einige gute Zeichen“ in den Gesprächen gegeben, obwohl Teherans Uranvorräte und die Kontrolle über die Straße von Hormus weiterhin große Knackpunkte blieben, berichtete Reuters.
Die Straße von Hormus ist eine wichtige Route für globale Öltransporte. Jegliche Störung der Durchfahrt könnte die Energiepreise erhöhen und die Inflationssorgen verstärken.
Das ist für Gold relevant, weil anhaltende Inflation die Nachfrage nach sicheren Anlagen stützen kann, zugleich Zentralbanken jedoch dazu veranlassen kann, die Zinsen länger hoch zu halten.
Auf dem aktuellen Markt scheint der Zinseffekt die traditionelle Attraktivität von Gold als Inflationsschutz zu überlagern.
Signale der Fed bleiben im Fokus
Anleger beobachten zudem die Entwicklungen bei der Federal Reserve, um Orientierung zu erhalten.
US-Präsident Donald Trump will Kevin Warsh am Freitag im Weißen Haus als Vorsitzenden der Federal Reserve vereidigen, teilte die Regierung mit.
Separat sagte Richmond‑Fed‑Präsident Thomas Barkin, die Reaktion von Unternehmen und Verbrauchern auf die anhaltenden wirtschaftlichen Schocks werde darüber entscheiden, ob die Zentralbank die aktuelle hohe Inflation ignorieren könne oder weitere Zinserhöhungen in Betracht ziehen müsse.
Die Aussagen unterstreichen die Unsicherheit in Bezug auf den geldpolitischen Ausblick.
Händler dürften in den kommenden Wochen weiterhin empfindlich auf kommende Inflationsdaten, Arbeitsmarktindikatoren und Fed‑Äußerungen reagieren.
Andere Edelmetalle zeigen eine gemischte Entwicklung
Andere Edelmetalle notierten am Freitag uneinheitlich.
Silber fiel um 0,7% auf $76,18 je Unze, blieb damit jedoch auf Kurs für einen Wochengewinn von 0,4%.
Platin fiel um 1% auf $1.945,97, während Palladium um 0,5% auf $1.371,90 nachgab. Sowohl Platin als auch Palladium steuerten auf Wochenverluste zu.
Kurzfristig bleibt Gold zwischen geopolitischen Risiken, die normalerweise Zufluchtswerte stützen, und einem stärkeren Dollar, der die Nachfrage belastet, gefangen.
Solange der Dollar nicht schwächer wird oder die Erwartungen an Zinserhöhungen nicht nachlassen, könnte es dem Gold schwerfallen, wieder Schwung zu gewinnen.
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