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Gold droht weiter zu fallen – Fed‑Zinsängste überwiegen Safe‑Haven‑Nachfrage

Gold droht weiter zu fallen – Fed‑Zinsängste überwiegen Safe‑Haven‑Nachfrage
Sayantan Sarkar
28. Mai 2026, 14:52 PM

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US‑Dollar kaufen (DXY‑Exponierung)

USD‑Exponierung über den U.S. Dollar Index (DXY) Futures/ETN aufbauen. Der Artikel knüpft die Goldschwäche wiederholt an einen stärkeren Dollar infolge restriktiver Zinserwartungen. Falls PCE‑ oder Arbeitsmarktdaten überraschen, dürfte die Dollar‑Nachfrage anhalten und Gold sowie andere zinssensible Rohstoffe belasten.

Kernrisiko: Eine dovishe Fed‑Neubewertung (kühlere PCE/Arbeitsmarktdaten oder klarer Waffenstillstand/Energieschub), die den Dollar schnell schwächt.

Gold verkaufen (COMEX‑Futures)

COMEX‑Gold‑Futures (GC) verkaufen, während reale Renditen und der USD steigen. Der Haupttreiber des Artikels ist die energiebedingte Inflation, die die Fed restriktiv hält und ein nicht verzinsliches Asset belastet. Die physische Nachfrage ist stark, doch der Markt bewertet die Zinsen schnell neu (PCE/GDP/Arbeitsmarktdaten‑Risiko), und Gold liegt bereits unter $4,400 – das Momentum spricht für weiteres Abwärtspotenzial bis an das untere Ende der $4,400–$4,800‑Spanne.

Kernrisiko: Ein starker Rückgang der Öl‑/Inflationserwartungen, der die Fed zurück zu Zinssenkungen zwingt, reale Renditen und den Dollar kollabieren lässt.

  • Spot‑Gold gab am Donnerstag nach einem Einbruch von $54 nach – der stärkste Rückgang dieses Monats.
  • Geopolitische Spannungen trüben die Fed‑Prognose und halten die Renditen hoch.
  • Energiegetriebene Inflationsschocks schwächen die Safe‑Haven‑Rolle von Gold.

Die Goldpreise fielen heute erneut und setzten einen starken Rückgang fort, der Anleger verunsichert und verdeutlicht, wie Inflationsängste und US–Iran‑Spannungen den Edelmetallmarkt neu formen. 

Die Goldpreise sanken am Donnerstag auf ein Zwei‑Monats‑Tief unter $4,400 pro Unze. Der Kontrakt an der COMEX notierte bei $4,396.20 pro Unze und damit auf dem tiefsten Stand seit Ende März. 

Spot‑Gold gab nach dem heftigen Rückgang von $54 am Mittwoch nach, wobei Analysten warnen, dass die traditionelle Safe‑Haven‑Attraktivität des Metalls durch die erwarteten höheren US‑Zinsen untergraben wird.

Frischer Rückgang inmitten geopolitischer Spannungen

Die Goldpreise gaben am Donnerstag nach, als Händler die laufenden US–Iran‑Verhandlungen gegen erneute Militärschläge abwogen. 

Der fragile Waffenstillstand hält die Energiemärkte volatil, treibt Öl nach oben und schürt Inflationssorgen.

Diese Dynamik setzt Gold unter Druck: Normalerweise profitiert das Metall von geopolitischen Risiken, kämpft in der aktuellen Situation jedoch.

Spot‑Gold zeigte zuletzt weiteres Nachgeben nach den starken Verlusten am Mittwoch, auch Silber folgte mit Verlusten.

Kitco berichtete, dass der Rückgang am Mittwoch der stärkste Einzeltagesverlust des Monats war; die Futures gaben etwa $54 nach und schlossen nahe $4,456 pro Unze.

Analysten beschrieben die Bewegung als Höhepunkt wochenlangen Drucks: Friedensgespräche, die nie wirklich zustande kommen, Inflation, die sich nicht abkühlt, und eine Federal Reserve, von der zunehmend erwartet wird, die Zinsen anzuheben statt zu senken.

Warum Gold sich nicht wie ein Zufluchtsort verhält

Das ungewöhnliche Verhalten von Gold ist ein zentrales Thema für Marktstrategen.

ING Economics erklärte in einem am May 11 veröffentlichten Bericht, warum das Metall während des Iran‑Konflikts nicht als Safe‑Haven wirkt.

Ewa Manthey, Rohstoffstrategin bei ING, schrieb, dass die Safe‑Haven‑Attraktivität von Gold typischerweise in Finanzkrisen oder Wachstumsschocks zum Tragen kommt, wenn reale Renditen fallen und der Dollar schwächer wird.

Ein angebotsgetriebener Energieschock bewirkt jedoch das Gegenteil: Höhere Ölpreise treiben die Inflation an, halten die Zentralbanken auf Kurs und stärken den Dollar – all das belastet Gold.

Manthey merkte an, dass diese Dynamik dem ähnelt, was 2022 nach dem Einmarsch Russlands in der Ukraine geschah. Gold stieg zunächst, geriet dann aber unter Druck, als die energiebedingte Inflation die Renditen nach oben trieb. 

„Die gleiche Dynamik hat sich hier abgespielt, nur schneller“, beobachtete sie.

ING prognostiziert weiterhin, dass Gold bis Jahresende auf $5,000 pro Unze steigen wird, betont jedoch, dass eine dauerhafte Lösung des Konflikts der Schlüssel für eine Erholung ist.

„Golds Safe‑Haven‑Attraktivität zeigt sich am deutlichsten in einer Finanzkrise oder einem Wachstumsschock – wenn reale Renditen fallen und der Dollar schwächer wird“, sagte Manthey.

A supply-driven energy shock does the opposite. Higher oil prices push inflation up, keep central banks on hold and strengthen the dollar, all of which weigh on gold. High liquidity also makes it a source of funds when investors need to cover losses elsewhere.

Ewa MantheyCommodities strategist at ING Economics

Inflation und Fed‑Politik im Fokus

Die Verbindung zur Inflation ist entscheidend. Erhöhte Rohölpreise beschleunigen die Verbraucherpreise und halten die Zentralbanken in einem restriktiven Kurs.

Der US‑Verbraucherpreisindex für April lag bei 3.8 %, dem höchsten Stand seit Mai 2023, trieb die Treasury‑Renditen auf Jahreshochs und stärkte den Dollar.

Für Gold, ein nicht verzinsliches Asset, ist dieses Umfeld toxisch.

Kitco zitierte ActivTrades‑Analyst Ricardo Evangelista, der sagte, der Anstieg der Ölpreise habe die inflationsbezogenen Befürchtungen geschärft und die Erwartung einer restriktiveren Fed verstärkt, was einen klaren Gegenwind schaffe. 

Die Märkte schreiben nun eine signifikante Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung vor Jahresende zu – eine dramatische Umkehr gegenüber den früheren Erwartungen von Zinssenkungen in 2026.

UBS hat seine Gold‑Jahresendprognose um $400 auf $5,500 pro Unze gesenkt und weist darauf hin, dass Anleger die „Opportunitätskosten“ des Goldhaltens wiederentdecken, wenn reale Zinsen hoch bleiben.

Trotz der Schwäche bei den Futures bleibt die physische Nachfrage robust.

Der World Gold Council berichtete, dass die weltweite Nachfrage nach Barren und Münzen im ersten Quartal 2026 474 Tonnen erreichte – das zweitbeste Ergebnis in der Aufzeichnung, hauptsächlich getrieben von Käufern aus Asien. 

Die gesamte Quartalsnachfrage belief sich auf 1,231 Tonnen mit einem Rekordwert von $193 Milliarden.

Diese Divergenz deutet darauf hin, dass westliche ETF‑Investoren zwar zurückhaltender geworden sind, die strukturelle Nachfrage nach Gold jedoch intakt bleibt.

ING hob zudem die Nachfrage von Zentralbanken als unterstützenden Faktor hervor.

China setzte seine Kaufserie im April fort, während Polen im ersten Quartal 31 Tonnen hinzufügte. 

Obwohl die Türkei stark verkauft hat, um die FX‑Liquidität zu stützen, bleibt die Gesamtnachfrage des offiziellen Sektors positiv.

Manthey argumentierte, dass die Diversifizierung der Reserven weiterhin die langfristige Perspektive von Gold stützt, selbst wenn kurzfristige Kursbewegungen von Renditen und dem Dollar dominiert werden.

Marktausblick

Der Kalender am Donnerstag erhöht den Druck weiter: US‑BIP‑Daten, Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe und der PCE‑Index für April – das von der Fed bevorzugte Inflationsmaß – stehen vor Handelsbeginn an. 

Jede positive Überraschung beim PCE könnte die Neubewertung der Zinserwartungen beschleunigen und die Verluste beim Gold ausweiten.

Vorläufig sehen Analysten Gold in einer Spanne von $4,400–$4,800 gehandelt, was den Stillstand eines Waffenstillstands ohne Friedensabkommen widerspiegelt.

Auch Silber, Platin und Palladium haben nachgegeben, was den breiten Stress im Edelmetallsektor unterstreicht.

Der Rückgang des Goldpreises am Donnerstag erinnert einmal mehr daran, dass die Rolle des Metalls als Safe‑Haven nicht absolut ist. 

Wie ING Economics betonte, dominieren makroökonomische Kräfte – reale Renditen, der Dollar und die Fed‑Zinserwartungen – die kurzfristigen Kursbewegungen. 

Solange die Energiepreise nicht nachgeben und die Inflation sich nicht abkühlt, dürfte Gold trotz starker physischer Nachfrage und Käufen durch Zentralbanken unter Druck bleiben.

Die starken Rückgänge der vergangenen zwei Tage verdeutlichen die Fragilität des Anlegervertrauens.

Während die langfristigen Fundamentaldaten konstruktiv bleiben, ist der kurzfristige Ausblick durch ungelöste US–Iran‑Spannungen und die Aussicht auf höhere US‑Zinsen eingetrübt. 

Für Trader und Investoren könnte Geduld erforderlich sein, bevor Gold seine traditionelle Rolle als Krisenabsicherung zurückerobert.