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Renditen im Euroraum steigen, während Anleger Aussichten auf US‑Iran‑Deal abwägen

Renditen im Euroraum steigen, während Anleger Aussichten auf US‑Iran‑Deal abwägen
Rivanshi Rakhrai
01. Juni 2026, 12:48 PM

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Deutsche Bunds (2–10 Jahre)

Kauf deutscher Staatsanleihen: Long in Bunds (z. B. Germany 10Y‑Futures oder Bund‑ETF), da der Markt bereits höhere EZB‑Zinsen einpreist. Der Artikel zeigt jedoch anhaltend hartnäckige Inflation bei gleichzeitig nachlassender Wachstumskraft – ein klassischer Rahmen für spätere Wachstumsängste, die die Renditen letztlich deckeln könnten. Öl ist zwar gestiegen, liegt aber weiterhin unter $95, und Anleger bewerten US‑Iran‑Äußerungen als unzuverlässig, was eine anhaltende Neubewertung der Inflation begrenzen sollte.

Kernrisiko: Ein bestätigtes US‑Iran‑Abkommen, das die Straße von Hormus rasch wieder öffnet, Ölpreise deutlich fallen lässt und die EZB zwingt, länger restriktiv zu bleiben – die Renditen würden weiter steigen.

Italien vs. Deutschland (BTP‑Bund‑Spread)

Verkauf italienischen Risikos: Short auf italienische 10‑jährige (BTPs) oder Absicherung über einen BTP‑Bund‑Spread, da der Spread bereits breit ist (71 Basispunkte) und der Artikel erneuten Druck auf italienische Anleihen bei gleichzeitig schwächerem Wachstum im Euroraum hervorhebt. Sollte die geopolitisch getriebene Inflation anhalten, wird Italiens höhere Refinanzierungssensitivität stärker ins Gewicht fallen als die Deutschlands.

Kernrisiko: Eine deutliche Deeskalation, die Energie‑ und Inflationserwartungen normalisiert und die EZB zu beruhigenden Signalen veranlasst, wodurch sich der BTP‑Bund‑Spread rasch verengen würde.

  • Renditen im Euroraum steigen, während Anleger Entwicklungen im Iran bewerten.
  • Märkte preisen höhere EZB‑Zinsen angesichts anhaltender Inflationssorgen ein.
  • Ölpreise und Konjunkturdaten bleiben zentrale Marktträger.

Die Renditen staatlicher Anleihen im Euroraum stiegen am Montag, da Anleger in Bezug auf die Möglichkeit eines US‑Iran‑Abkommens, das zur Wiederöffnung der Straße von Hormus führen könnte, vorsichtig blieben.

Marktteilnehmer betrachteten die Entwicklungen im Nahen Osten als bedeutend für die Inflationserwartungen und künftige geldpolitische Entscheidungen der Europäischen Zentralbank (EZB).

Die Kreditkosten bewegten sich im Gleichlauf mit den Ölpreisen, die am Montag um 2,5 % zulegten, aber weiterhin unter $95 pro Barrel lagen.

Ölpreise werden von Anlegern weithin als Indikator für künftigen Inflationsdruck beobachtet.

Märkte beobachten Entwicklungen im Iran

Geopolitische Entwicklungen standen im Fokus, nachdem die Vereinigten Staaten mitgeteilt hatten, sie hätten am Wochenende iranische Militärstandorte angegriffen.

Die iranischen Revolutionsgarden erklärten am Montag, sie hätten als Reaktion eine US‑Basis angegriffen.

Trotz der Eskalation bekräftigte US‑Präsident Donald Trump, Iran habe Interesse an einem Abkommen.

Anleger schienen zurückhaltend zu sein, stark auf Äußerungen aus Washington zu reagieren, ohne eine weitere Bestätigung aus Teheran.

„Ein abgestumpfter Zynismus hat die Anleger erfasst, und in Ermangelung einer eindeutigen Erklärung aus Iran neigt man dazu, Äußerungen der US‑Administration herunterzuspielen“, sagte Paul Donovan, Chefvolkswirt bei UBS Global Wealth Management.

Erwartungen an EZB‑Zinsen steigen

Die Geldmärkte rechneten weiterhin mit höheren EZB‑Zinsen in den kommenden Monaten.

Händler preisen derzeit einen Einlagensatz der EZB von 2,60 % bis Dezember ein, gegenüber dem aktuellen Niveau von 2 %.

Das lag leicht über dem am Freitag eingepreisten Niveau von 2,53 %.

Die Märkte zeigten zudem eine etwa 80%ige Wahrscheinlichkeit für eine erste Zinserhöhung noch in diesem Monat an.

Die Renditen zweijähriger deutscher Staatsanleihen, die besonders empfindlich auf Zinserwartungen reagieren, stiegen um 6 Basispunkte auf 2,59 %.

Die Rendite hatte Ende März zuvor 2,771 % erreicht und damit ihr höchstes Niveau seit Juli 2024 markiert.

Hoffnung auf Normalisierung in der Straße von Hormus

Einige Analysten sagten, Anleger erwarteten weiterhin Fortschritte bei der Wiederherstellung normaler Schifffahrtsaktivitäten durch die Straße von Hormus.

Die Wasserstraße bleibt eine zentrale Route für die globale Energieversorgung, weshalb Entwicklungen dort von den Finanzmärkten genau beobachtet werden.

Inflations- und Wachstumsdaten im Fokus

Parallel zu geopolitischen Ereignissen prüfen Anleger Konjunkturdaten auf Hinweise darauf, wie sich höhere Energiekosten auf die Wirtschaft des Euroraums auswirken.

Die Aufmerksamkeit richtet sich auch auf die geldpolitische Sitzung der EZB in der nächsten Woche.

Vorläufige am Freitag veröffentlichte Daten zeigten, dass die Inflation in den vier größten Volkswirtschaften der Eurozone im Mai zum dritten Mal in Folge über dem 2%-Ziel der EZB blieb.

Gleichzeitig verlor das verarbeitende Gewerbe im Mai an Schwung.

Die Nachfrage nach Gütern blieb stagnierend, während durch den Nahost‑Konflikt bedingte Störungen in den Lieferketten die Vorleistungskosten auf den höchsten Stand seit vier Jahren trieben.

Diese Entwicklungen haben die Befürchtungen verstärkt, dass der Inflationsdruck auch bei Anzeichen einer Abschwächung der wirtschaftlichen Aktivität erhöht bleiben könnte.

Renditen führender Staatsanleihen steigen

Die Rendite der deutschen Benchmark‑10‑jährigen Staatsanleihe stieg um 5 Basispunkte auf 2,98 %.

Die Rendite hatte Ende März 3,13 % erreicht, ihr höchstes Niveau seit Juni 2011.

Auch italienische Staatsanleihen gerieten unter Druck.

Die zehnjährige Rendite Italiens stieg um 6 Basispunkte auf 3,71 %.

Der Spread zwischen italienischen und deutschen zehnjährigen Anleihen lag bei 71 Basispunkten.

Vor dem Angriff auf Iran betrug die Spanne 63 Basispunkte.

Ende März erreichte er 103,62 Basispunkte und damit sein höchstes Niveau seit Juni 2025.

Die Bewegungen spiegelten die anhaltende Vorsicht der Anleger wider, da die Märkte geopolitische Risiken, Inflationssorgen und Erwartungen an künftige EZB‑Maßnahmen abwägen.