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UBS verschiebt Fed-Senkungserwartungen auf 2027 – Warshs erste große Bewährungsprobe

UBS verschiebt Fed-Senkungserwartungen auf 2027 – Warshs erste große Bewährungsprobe
Devesh Kumar
16. Juni 2026, 12:27 PM

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Langlaufende Treasuries

Kauf: iShares 20+ Year Treasury Bond ETF (TLT). Wenn der Markt gezwungen ist, "higher for longer" zu bewerten, aber die Wachstumsängste wegen verzögerter Lockerung zunehmen, können Langläufer angesichts eines Rezessionsrisikos und einer Kompression der Termprämie zulegen. Dass das Iran‑Abkommen die Ölpreise entlastet, ist unterstützend, doch UBS sagt, dass Zentralbanken nicht schnell drehen werden – daher könnte der Markt von Inflationsangst zu Wachstumsangst umschwenken, wovon langlaufende Papiere profitieren würden.

Kernrisiko: Die Inflation beschleunigt sich erneut durch Energie‑/Schiffsstörungen, was die langen Renditen steigen lässt und Duration stark belastet.

Kurzlaufende Treasuries

Verkauf von iShares 1-3 Year Treasury Bond ETF (SHY). Dass UBS die erste Fed‑Senkung bis 2027 verschiebt und einen restriktiveren Ton erwartet, bedeutet, dass die Renditen länger höher bleiben und zuerst die Kurse am kurzen Ende belasten. Der Glaubwürdigkeitsstest der Fed (Warshs Erklärung, Dot‑Plot, Pressekonferenz) ist der Katalysator für die Neubepreisung hin zu "keine baldigen Zinssenkungen".

Kernrisiko: Ein deutlicher taubenhafter Richtungswechsel von Warsh (oder eine schnelle, nachhaltige Disinflation), der die Zinssenkungserwartungen wieder in 2026 treiben würde.

  • UBS verschiebt Fed‑Zinssenkungserwartung auf 2027, da Warsh vor erster geldpolitischer Probe steht.
  • Fed dürfte die Zinsen halten, da UBS warnt, ein restriktiverer Ton könne beim Junitreffen anhalten.
  • US‑Iran‑Abkommen dämpft Ölängste, doch Zentralbanken bleiben vorsichtig.

UBS Global Wealth Management verschob seine zunächst erwartete Zinssenkung der Federal Reserve in das Jahr 2027 und argumentierte, dass die Entscheidungsträger auf dem Treffen diese Woche ihr Signal kaum abschwächen dürften, selbst nachdem ein US‑Iran‑Abkommen den Druck auf die Ölmärkte gemildert habe.

Der Vermögensverwalter erwartet nun zwei Zinssenkungen von jeweils 25 Basispunkten im März und Juni nächsten Jahres, statt der zuvor erwarteten Senkungen im Dezember 2026 und März 2027.

Die Verschiebung erfolgt vor Kevin Warshs erstem Richtungsentscheid als Fed‑Vorsitzender, und Anleger suchen nach Anzeichen dafür, wie stark die Zentralbank die Inflation weiterhin als Bedrohung einstuft.

Warsh steht früh vor einem Glaubwürdigkeitsstest

Die Fed wird voraussichtlich am Mittwoch die Zinsen unverändert lassen und die Zielspanne bei 3,50% bis 3,75% belassen.

Die Entscheidung selbst dürfte die Märkte kaum überraschen. Die Erklärung, der Dot‑Plot und Warshs erste Pressekonferenz werden weitaus wichtiger sein.

UBS schrieb in einer Notiz, dass es einen restriktiveren Ton sowohl in der Fed‑Erklärung als auch in deren Zinsprojektionen erwarte, trotz Warshs zuvor eher taubenhafter öffentlicher Äußerungen.

Das ist bedeutsam, weil Anleger beurteilen wollen, ob der neue Vorsitzende eher wachstumsstützend agieren wird oder sich darauf konzentriert, die Inflationsglaubwürdigkeit der Fed wiederherzustellen.

Kürzliche Schwankungen der Energiepreise haben diese Entscheidung erschwert.

Iran‑Abkommen dürfte Zentralbanken vorerst nicht umstimmen

Die vorläufige Vereinbarung zwischen den USA und dem Iran hat die Marktstimmung verbessert und die Ölpreise nach unten gedrückt.

UBS sagte, Zentralbanken würden wahrscheinlich nicht schnell zu einer lockereren Rhetorik übergehen, solange die Dauerhaftigkeit des Abkommens ungewiss ist.

Die Sorge besteht darin, dass ein Energieschock weiterhin in breitere Preissteigerungen übergehen könnte, wenn die Durchfahrt durch die Straße von Hormus nicht schnell normalisiert wird.

Geringere Ölpreise helfen zwar, beseitigen aber nicht sofort das Risiko von Zweitrundeneffekten auf die Inflation.

UBS sagte, führende Zentralbanken würden voraussichtlich vorsichtig bleiben, während die eingehenden Daten zeigen, ob der jüngste Energieschock abklingt oder sich in der Wirtschaft ausbreitet.

Diese Einschätzung wird auch breiter an der Wall Street geteilt.

Goldman Sachs Research teilte Anfang dieses Monats mit, dass es nicht länger damit rechnet, dass die Fed in diesem Jahr die Zinsen senkt, und verschob damit seine eigene Lockerungsprognose weiter in das Jahr 2027.

Märkte preisen weiterhin ein gewisses Straffungsrisiko ein

Händler haben sich ebenfalls von der Vorstellung verabschiedet, dass Zinssenkungen unmittelbar bevorstünden.

Die CME FedWatch‑Preise zeigten, dass die Märkte etwa eine 42%‑Chance für eine Fed‑Zinserhöhung um 25 Basispunkte im Dezember ansetzen.

Diese Bewertung unterstreicht, wie stark sich die Debatte verändert hat. Anfang des Jahres konzentrierten sich Anleger noch darauf, wann die Fed lockern könnte.

Die Frage ist nun, ob die Inflation die Entscheidungsträger dazu zwingen wird, die Tür für weitere Straffungen offen zu halten.

Für UBS ist die Antwort klar. Die Hürde für eine Wende in Richtung Lockerung bleibt hoch, und das Treffen dieser Woche könnte diese Botschaft eher bekräftigen als infrage stellen.