Wall Street uneins über Öl‑Ausblick nach US‑Iran‑Deal, der Hormuz‑Risiko lindert
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Kaufen Sie ICE‑Brent‑Futures (oder ein Brent‑ETF wie BNO), da das US‑Iran‑Abkommen die geopolitische Risikoprämie im Zusammenhang mit Hormuz auflösen sollte und die Preise in Richtung des niedrigeren 2026‑Pfads von Morgan Stanley/Goldman drückt. Das Szenario ist eine reibungslosere Schifffahrtsroute plus eine graduelle Erholung der iranischen Exporte, was das Aufwärtspotenzial begrenzen und einen allmählichen Anstieg aus dem nachrichtengestützten Kursrückgang stützen sollte, während der Markt das Risiko neu bewertet.
Kernrisiko: Die Wiedereröffnung des Hormuz stockt (oder die Feindseligkeiten nehmen wieder zu), wodurch Schifffahrts‑ und Versicherungskosten hoch bleiben und die Ölpreise wieder über den früheren Bereich der Risikoprämien steigen.
Verkaufen Sie Schifffahrtsrisiken durch eine Short‑Position in Trockenmassengutfracht‑Proxies (z. B. inverse/short an den BDI gekoppelte Produkte), da eine verbesserte Sicherheit im Hormuz die globalen Handelsrouten stabilisieren und die „Risikoprämie“ in den Frachtraten verringern sollte. Sekundäre Folge: Wenn Versicherer ihre Bewertungen anpassen und sich die Routen normalisieren, dürfte die Volatilität in der Schiffs‑Nachfrage und bei den Frachraten sinken, was gehebelte Fracht‑/Risiko‑Trades schädigen würde, selbst wenn Öl noch nicht vollständig zurückkehrt.
Kernrisiko: Die Handelsrouten normalisieren sich nicht schnell (logistische Engpässe/Versicherungsverzögerungen bleiben bestehen), sodass die Frachtraten hoch bleiben und die Abwärts‑These für BDI‑gekoppelte Werte nicht greift.
- Morgan Stanley reduziert Brent‑Prognose, erwartet graduelle Erholung des Angebots.
- Goldman Sachs erwartet, dass Exporte aus dem Persischen Golf bis Ende Juli wieder aufgenommen werden.
- Ölpreise geben nach, da Risikoprämien nach der Wiedereröffnung des Hormuz nachlassen.
Morgan Stanley hat seine Ölpreisprognosen für den Rest des Jahres 2026 gesenkt und verweist auf die Erwartung verbesserter Lieferströme nach dem US‑Iran‑Abkommen zur Wiedereröffnung der Straße von Hormuz.
Die Bank sagte, das Abkommen habe geopolitische Risikoprämien entschärft und könne nach und nach die globalen Handelsrouten normalisieren, die durch monatelange Konflikte gestört wurden, so ein Bericht von Bloomberg am Dienstag.
Morgan Stanley erwartet nun, dass Brent im dritten Quartal durchschnittlich $84 je Barrel liegen wird, nach zuvor $90, und $80 im vierten Quartal gegenüber zuvor $85.
West Texas Intermediate (WTI) wird für das 3. Quartal bei $82 und für das 4. Quartal bei $78 prognostiziert, was die Erwartung glatterer Schifffahrtsverläufe durch den Hormuz und eine moderate Erholung der iranischen Exporte widerspiegelt.
Goldman Sachs schlug dem Bericht zufolge jedoch einen optimistischeren Ton an. Die Bank prognostizierte, die Exporte aus dem Persischen Golf könnten bereits Ende Juli wieder auf Vor‑Krieg‑Niveau zurückkehren, was auf eine schnellere Angebotsrückkehr hindeutet.
Goldman strich seine Brent‑Prognose für das 4. Quartal auf $80 (zuvor $90), betonte aber, dass die Wiedereröffnung des Hormuz schneller Entlastung bringen könnte, als Morgan Stanley erwartet.
Marktreaktion und Preisdynamik
Die Ölpreise fielen nach der Bekanntgabe des Hormuz‑Abkommens deutlich, wobei Brent unter $83 je Barrel rutschte und WTI am Dienstagmorgen nahe $80 gehandelt wurde.
Händler werteten das Abkommen als Zeichen dafür, dass die geopolitischen Risikoprämien, die die Preise seit Februar aufgeblasen hatten, sich wieder zurückbilden könnten.
Bloomberg stellte fest, dass Morgan Stanleys Herabstufung mit ähnlichen Revisionen anderer Banken, darunter Citi und UBS, übereinstimmt, die ebenfalls ihre Prognosen angesichts erwarteter Entspannung der Angebotsengpässe gesenkt haben.
Der Konsens deutet nun auf einen ausgeglicheneren Markt in der zweiten Jahreshälfte hin, obwohl Analysten davor warnen, dass anhaltende Unsicherheit die Volatilität erhöht halten könnte.
Die Investmentbanken hoben hervor, dass schwächere chinesische Rohölimporte und das stetige US‑Produktionswachstum zusätzlich zu einer gedämpften Perspektive beigetragen haben.
„Das Nachfragewachstum bleibt verhalten, und die Bestände sind ausreichend, um kurzfristige Schocks zu absorbieren“, schrieb Morgan Stanley in seiner Mitteilung.
Breitere Auswirkungen auf die Energiemärkte
Die Wiedereröffnung des Hormuz, das rund ein Fünftel des weltweiten Öl‑ und verflüssigten Erdgastransports abwickelt, dürfte das Vertrauen von Raffinerien und Händlern wiederherstellen.
Dennoch warnte Morgan Stanley, dass logistische Herausforderungen und Versicherungskosten anhalten und das Tempo der Erholung verlangsamen könnten.
Goldman Sachs argumentierte dagegen, das Abkommen könne die Ströme rasch stabilisieren, da Raffinerien und Reeder darauf brennen, den Betrieb wieder aufzunehmen, sobald Sicherheitsgarantien vorliegen.
Die Divergenz unterstreicht die gespaltete Stimmung an der Wall Street: Einige rechnen mit einer schrittweisen Normalisierung, andere erwarten eine schnelle Erholung.
Bloomberg fügte hinzu, dass das Abkommen auch Auswirkungen auf andere Rohstoffe haben könnte.
Die Märkte für Erdgas und Raffinerieprodukte könnten verbesserte Flüsse sehen, während sich die Frachtraten stabilisieren könnten, wenn Versicherer ihr Risiko neu bewerten.
Analysten warnten jedoch, dass jede Verzögerung bei der Umsetzung des Abkommens oder erneute Feindseligkeiten die jüngsten Preisrückgänge schnell wieder umkehren könnten, so der Bericht.
Ausblick für den Rest des Jahres 2026
Morgan Stanley erwartet, dass die Ölpreise bis zum Sommer in einer Bandbreite bleiben, wobei Brent zwischen $80 und $88 schwanken dürfte, während Händler den Fortschritt bei der Wiedereröffnung des Hormuz abwarten.
Die Bank sieht nur begrenztes Aufwärtspotenzial, sofern sich die globale Nachfrage nicht stärkt oder keine neuen Angebotsstörungen auftreten.
Goldman Sachs erwartet hingegen eine schnellere Erholung und geht davon aus, dass die Exporte aus dem Persischen Golf bis Ende Juli normalisiert sein könnten.
Diese Prognose legt nahe, dass sich die Preise früher stabilisieren könnten, auch wenn Analysten darin übereinstimmen, dass geopolitische Risiken eine konstante Bedrohung bleiben.
Experten sind der Ansicht, dass das Hormuz‑Abkommen zwar einen bedeutsamen diplomatischen Durchbruch darstellt, seine wirtschaftlichen Auswirkungen sich jedoch unterschiedlich entfalten werden, je nachdem, wie schnell das Vertrauen in die Schifffahrt und die Energiemärkte zurückkehrt.
Vorerst bleibt die Wall Street gespalten: Morgan Stanley mahnt zur Vorsicht, Goldman sieht schnellere Erleichterung, und Händler navigieren einen Markt im Übergang.
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