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Golfstaaten rüsten Exporte hoch, da Hormuz den Waffenstillstand prüft

Golfstaaten rüsten Exporte hoch, da Hormuz den Waffenstillstand prüft
Sayantan Sarkar
19. Juni 2026, 08:24 AM

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Brent-Rohöl (buy)

Kaufen Sie Brent‑Rohöl‑Exponierung (z. B. Long‑Futures oder Brent‑ETF). Die Wiederöffnung von Hormuz sowie die Bereitschaft von Saudi/ADNOC, die Produktion hochzufahren, deuten auf eine schnelle Angebotsnormalisierung und eine Entspannung des $120‑Spike‑Regimes hin; Brent liegt bereits unter $80, sodass Aufwärtspotenzial begrenzt ist, während ein Preisrückgang das Basisszenario darstellt. Schlüsselkatalysator: Tanker positionieren sich bereits zur Durchfahrt und Pipelines hielten während der Blockade volle Flüsse aufrecht.

Kernrisiko: Der Waffenstillstand bricht zusammen und Hormuz wird erneut geschlossen (Minen/Angriffe), wodurch die Preise schnell wieder in Richtung $120+ steigen.

Versicherungsrisiko beim Schiffsverkehr (sell)

Verkaufen Sie Risikoexponierungen im Bereich Tanker‑Schiffsversicherung/bedingte Exponierungen (z. B. Short‑Positionen in schiffsbezogenen Kredit‑/Versicherungsproxies wie Aktien oder Kreditexposure von Katastrophen‑/Kriegsrisikoversicherern). Sekundäre Folge: Selbst wenn Ölpreise fallen, bleiben Versicherer und Reeder aufgrund von Minenräumung, Verkehrssteuerung und Sicherheitsvorkehrungen monatelang vorsichtig – sodass Kriegsrisikoprämien und damit verbundene Spreads erhöht bleiben.

Kernrisiko: Die Minenräumung und Sicherheitsvorkehrungen verlaufen reibungslos, wodurch Kriegsrisikoprämien schnell zusammenbrechen.

  • Saudi-Arabien und die VAE rüsten sich für die Wiederöffnung von Hormuz im Rahmen des US‑Iran‑Abkommens.
  • Pipeline‑Netze verschaffen den Golfproduzenten einen Vorteil beim schnellen Wiederhochfahren der Exporte.
  • Märkte bereiten sich auf eine Angebotswelle vor, Brent-Rohöl bleibt unter $80 pro Barrel.

Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate bereiten sich darauf vor, die Ölexporte hochzufahren, da die Straße von Hormuz im Rahmen des US–Iran‑Abkommens wieder geöffnet wird, wie Bloomberg in einem Bericht am Freitag schrieb. 

Die beiden Golfproduzenten positionieren sich, um die Lieferströme schnell wiederherzustellen, heben ihren strategischen Infrastrukturvorteil hervor und signalisieren eine mögliche Angebotswelle auf den Weltmärkten.

Golfproduzenten bereit für Wiederöffnung der Straße von Hormuz

Saudi Aramco und Abu Dhabi National Oil Co. bereiten sich auf die Wiederöffnung der Straße von Hormuz vor, des weltweit wichtigsten Engpasses für Energie. 

Die Straße, die etwa ein Fünftel des globalen Rohöl‑ und LNG‑Transports übernimmt, ist seit Februar faktisch blockiert, nachdem die USA und Israel Angriffe auf den Iran durchgeführt hatten.

Die diese Woche unterzeichnete vorläufige Waffenruhe hat den Weg für die Wiederaufnahme des Schiffsverkehrs geebnet; Iran hat zugesichert, Minen zu räumen und Schiffen sichere Passage zu ermöglichen.

Saudi-Arabien hat während des Konflikts stark auf seine East‑West‑Pipeline gesetzt, die von den Ölfeldern in Abqaiq zum Rotmeerhafen Yanbu verläuft, um Hormuz zu umgehen.

Die Pipeline lief Berichten zufolge seit März mit voller Kapazität von 7 millionen Barrel pro Tag und half Riad, die Exporte trotz der Blockade aufrechtzuerhalten. 

Die VAE haben unterdessen ihre Abu Dhabi Crude Oil Pipeline genutzt, um 1,5 Millionen Barrel pro Tag nach Fujairah zu transportieren, einem Hafen außerhalb von Hormuz.

ADNOC baut zudem eine zweite Pipeline, um Fujairahs Exportkapazität bis 2027 zu verdoppeln.

Marktauswirkungen und Angebotsausblick

Die Wiederöffnung von Hormuz dürfte Millionen Barrel gestrandeten Rohöls in den Markt freisetzen.

Schiffsverfolgungsdaten zeigten, dass saudische und emiratische Tanker sich bereits auf die Passage der Straße vorbereiteten. 

Analysten gehen davon aus, dass dies Angebotsengpässe lindern und Druck auf die Preise ausüben könnte, die im Höhepunkt des Konflikts auf fast $120 pro Barrel anstiegen.

Brent-Rohöl ist seitdem wieder unter $80 gefallen, was den Optimismus widerspiegelt, dass die Exporte aus dem Golf sich normalisieren werden.

Experten warnten jedoch, dass Versicherer und Reeder nach wie vor vorsichtig sind. Fragen zur Minenräumung, Verkehrssteuerung und zu langfristigen Sicherheitsregelungen bleiben bestehen.

Branchenverbände wie Intertanko und Bimco warnten, dass eine vollständige Rückkehr zu den Vorkriegs‑Schiffsvolumina Monate dauern könne.

Strategische Positionierung von Saudi-Arabien und den VAE

Saudi-Arabien und die VAE sind laut dem Bloomberg‑Bericht besser positioniert als andere Golfproduzenten, um von der Wiederöffnung zu profitieren.

Ihre Pipelines und alternativen Häfen ermöglichten es ihnen, während der Blockade teilweise Exporte aufrechtzuerhalten, im Gegensatz zu Kuwait und Katar, die nahezu vollständig abgeschnitten waren. 

Dieser Infrastrukturvorteil bedeutet, dass Riad und Abu Dhabi die Liefermengen schneller erhöhen können, was ihre Dominanz auf den globalen Energiemärkten stärkt.

Die VAE haben zudem angekündigt, ihre Osthäfen Dibba, Fujairah und Khor Fakkan auszubauen, mit dem Ziel, die Abhängigkeit von Hormuz vollständig zu reduzieren.

Außenhandelsminister Thani Al Zeyoudi sagte Bloomberg, das Land bewege sich "auf null Hormuz‑Abhängigkeit" zu, unabhängig davon, ob die Straße offen bleibe.

Globale Auswirkungen

Die Wiederöffnung von Hormuz hat erhebliche Auswirkungen für energieimportierende Länder wie Indien, das nahezu die Hälfte seines Rohöls über die Straße bezieht. 

Indische Raffinerien rechnen bereits mit geringeren Frachtkosten und vermindertem Inflationsdruck.

Für die Weltmärkte könnte die Rückkehr der Golfversorgung die Preise stabilisieren, obwohl Analysten warnen, dass schwache Raffineriemargen in Asien die unmittelbare Nachfrage begrenzen könnten.

Die geopolitische Lage bleibt fragil. US‑Präsident Donald Trump hat mit erneuten militärischen Maßnahmen gedroht, falls Iran die Bedingungen des Waffenstillstands nicht einhalte.

Diese Unsicherheit bedeutet, dass sich Saudi-Arabien und die VAE zwar auf einen Exportanstieg vorbereiten, die Dauerhaftigkeit der Wiederöffnung jedoch alles andere als garantiert ist.