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AMD‑Aktie: Warum Analysten plötzlich ihre Kursziele anheben

AMD‑Aktie: Warum Analysten plötzlich ihre Kursziele anheben
Devesh Kumar
26. Juni 2026, 09:56 AM

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AMD kaufen

Kaufen: AMD (NASDAQ: AMD). Analysten heben ihre Einschätzungen an, weil sie CPUs nun als zentralen KI‑Treiber sehen — insbesondere agentische KI, die mehr CPU‑Koordination/Routing benötigt, da sich die CPU‑zu‑GPU‑Verhältnisse verengen. Ansteigende Kursziele mehrerer Banken sowie bis 2027 knappe CPU‑/Speichereingänge stützen Aufwärtspotenzial sowohl für Umsatz als auch für Margen. Wichtige Katalysatoren: Advancing AI‑Event im Juli und Q2‑Ergebnisse Anfang August.

Kernrisiko: AMD kann die Nachfrage nach CPUs für agentische KI nicht bestätigen (Guidance enttäuscht oder Kunden stellen nicht auf CPU‑lastige Server‑Konfigurationen um), und der Kursanstieg kehrt sich um.

NVDA relativ zu AMD verkaufen

Verkaufen: NVDA (NASDAQ: NVDA) relativ zu AMD (NVDA shorten/leerverkaufen oder AMD kaufen/NVDA shorten). Die Nachrichten verschieben die KI‑Debatte von einem „Nur‑GPU“‑Szenario hin zu „CPU+GPU‑Systemen“, wobei Banken ausdrücklich Mix‑Verschiebungen zugunsten von CPUs und den Zuwachs eigenständiger Server‑CPU‑Racks anführen. Wenn dieses Narrativ zutrifft, dürfte das zusätzliche Aufwärtspotenzial sich über Nvidias GPU‑Dominanz hinaus ausdehnen und das relative Multiple von NVDA unter Druck setzen.

Kernrisiko: Agentische KI konzentriert die Ausgaben weiterhin auf von Nvidia geführte GPU‑Cluster, und AMDs CPU‑Zuwächse führen nicht zu nennenswerten Marktanteils‑ oder Preissetzungsvorteilen gegenüber NVDA.

  • Die AMD‑Aktie hat in diesem Jahr kräftig zugelegt, während Analysten dem Anstieg hinterherlaufen.
  • Barclays und UBS sehen agentische KI als Umgestalter der Nachfrage nach Server‑CPUs.
  • Mizuho und Bernstein warnen vor Angebotsengpässen und einem deutlich größeren CPU‑Markt bis 2030.

Die Aktie von Advanced Micro Devices NASDAQ:AMD ist in diesem Jahr um mehr als 130 % gestiegen, doch die Wall Street jagt den Kurs weiter nach oben.

Allein im Juni hoben Barclays, UBS, Mizuho und Bernstein ihre Kursziele für den Chiphersteller an, da Analysten AMD nicht mehr nur als zweitplatzierten GPU‑Herausforderer zu Nvidia betrachten.

Sie argumentieren zunehmend, dass CPUs zur Kernstory der KI werden, wobei der Treiber agentische KI ist — also KI‑Systeme, die mehr leisten als nur auf einen einzelnen Prompt zu antworten.

Barclays: Einschätzung, die die Debatte verändert hat

Barclays gehörte zu den ersten großen Häusern, die der CPU‑Chance eine höhere Zahl zugeschrieben haben.

Analyst Tom O’Malley erhöhte sein Kursziel für AMD auf $665 (zuvor $500) und behielt ein Overweight‑Rating bei.

Sein zentrales Argument lautete, dass „die CPU‑zu‑GPU‑Verhältnisse sich verengen, da die CPU‑Nachfrage in der rasant wachsenden Welt der agentischen KI neue Höhen erreicht“, und er fügte hinzu, dass AMD „am besten positioniert ist, von diesem Übergang zu profitieren“.

Das CPU‑zu‑GPU‑Verhältnis bedeutet schlicht, wie viele Zentralprozessoren pro Grafikprozessor in KI‑Systemen benötigt werden.

Frühe KI‑Ausgaben wurden von GPUs dominiert, da das Training großer Modelle enorme parallele Rechenleistung erforderte.

Agentische KI verändert das Verhältnis, weil sie mehr Koordination, Routing und Softwareausführung rund um diese GPUs benötigt.

O’Malleys Modell sieht den Markt für eigenständige Server‑CPUs bis 2030 auf 200 Milliarden USD (ca. 174,5 Milliarden €) anwachsen.

UBS: Wette auf die versteckte CPU‑Story

UBS trieb das Argument noch weiter.

Analyst Timothy Arcuri hob sein Kursziel für AMD auf $670 (zuvor $455) an und bestätigte eine Kaufempfehlung.

Damit liegt es nun über Barclays’ $665‑Prognose und macht UBS zu einer der optimistischsten Stimmen für die Aktie.

Das Institut erklärte, es sei „etwas konstruktiver“ gegenüber AMD, da eigenständige CPU‑Racks an Bedeutung gewinnen.

Einfach gesagt: UBS ist der Ansicht, dass Kunden beginnen, CPU‑lastige Systeme für KI‑Workloads zu kaufen, die sich nicht ausschließlich auf GPU‑Cluster stützen.

Das ist wichtig, weil AMDs CPU‑Geschäft häufig von dem Ausbau der Instinct‑GPU in den Schatten gestellt wurde.

Investoren beobachten, ob AMD zu einer glaubwürdigen zweiten Bezugsquelle neben Nvidia bei KI‑Beschleunigern werden kann. UBS sagt, dass ein weiterer Teil der Geschichte offen vor Augen liegt: Server‑CPUs.

Arcuri hob seine Umsatzprognose für AMD‑Server‑CPUs 2030 auf 50 Milliarden USD (ca. 43,6 Milliarden €) (zuvor 41 Milliarden USD (ca. 35,8 Milliarden €)) an.

Mizuho und Bernstein: Das Angebotsargument

Mizuho und Bernstein fügten dem Bullenargument eine zweite Ebene hinzu: Knappheit.

Mizuho hob sein Kursziel für AMD auf $615 (zuvor $515) an und beließ es bei einem Outperform‑Rating, wobei starke Nachfrage im Zusammenhang mit agentischer KI angeführt wurde.

Die Firma wies außerdem darauf hin, dass CPU‑ und Speicherversorger bis 2027 weiterhin knapp sein könnten.

Das verwandelt die Story von einer reinen Nachfrageseite in ein Angebotsargument.

Wenn Unternehmen mehr CPUs für KI‑Workloads benötigen und das Angebot knapp bleibt, könnten Preis‑ und Umsatzannahmen Spielraum nach oben haben.

Auch Bernstein hob sein Kursziel für AMD an — auf $600 statt $525 — und bekräftigte ein Outperform‑Rating.

Die Firma erhöhte ihre Schätzung für den Server‑CPU‑Markt 2030 auf 223 Milliarden USD (ca. 194,5 Milliarden €) (zuvor 137 Milliarden USD (ca. 119,5 Milliarden €)), womit eine deutlich größere Chance im Zusammenhang mit agentischer KI widergespiegelt wird.

Der Vorbehalt ist die Bewertung: Das durchschnittliche Kursziel der Wall Street liegt weiterhin unter dem jüngsten Kurs, was bedeutet, dass die Aktie bereits vor dem breiten Konsens gelaufen ist.

Die nächsten echten Prüfsteine sind AMDs Advancing AI‑Event im Juli und die Q2‑Ergebnisse Anfang August.