Invezz

SanDisk vor Handelsstart +5 %: Kann Nvidias Speicher‑Warnung die Rallye verlängern?

SanDisk vor Handelsstart +5 %: Kann Nvidias Speicher‑Warnung die Rallye verlängern?
Devesh Kumar
27. Aug. 2026, 12:39 PM

Unterstützt von

Invezz
SNDK (SanDisk)

Kaufempfehlung für SNDK. Der Margendruck bei Nvidia infolge von Speichermangel ist eine direkte Schlussfolgerung: Ein knappes NAND-Angebot dürfte anhalten und NAND-Preise sowie SanDisks Umsatz und Margen stützen. Hinzu kommt die strukturelle Komponente: HBF für KI kann sehr kapazitätsintensiv sein, und SanDisks langfristige Kundenverträge (Floor-Preise) reduzieren die Ergebnisvolatilität gegenüber reinen Commodity-Peers.

Kernrisiko: Risikofaktor: Speicherpreise fallen schnell, weil neues Angebot früher hochfährt als die KI-Nachfrage, was zu einem Einbruch der NAND-Preise und Margen führt.

MU (Micron)

Kaufempfehlung für MU als beta-anfälliger Nutznießer derselben Knappheitserzählung. Sollte Nvidias Warnung den engen Speicherzyklus verlängern, würde die Preissetzungsmacht für NAND/DRAM zunehmen; MU dürfte Aufwärtspotenzial aus der KI-Speichernachfrage abschöpfen und von einer branchenweiten Preiskraft profitieren.

Kernrisiko: Risikofaktor: Die KI-Speichernachfrage schwächt sich ab oder Kunden verschieben Käufe, sodass die Preissetzungsmacht nachlässt, selbst wenn das Angebot knapp bleibt.

  • Nvidias Warnung signalisiert eine knappe Speicherversorgung und stärkere NAND-Preise.
  • Bernstein sieht HBF als Gamechanger und bestätigt ein Kursziel von $3,000 für SanDisk
  • JPMorgan sagt, die Nachfrage nach KI-Inferenz und langfristige Verträge könnten SNDK stützen.

Die SanDisk-Aktie NASDAQ:SNDK legte am Donnerstag im vorbörslichen Handel fast 5 % zu, nachdem Nvidias Ergebnis ein unerwartet positives Signal für Speicherlieferanten gesendet hatte.

SNDK schloss am Mittwoch bei $1,499.37, ein Plus von 1.3%, stieg dann nachbörslich um 3.7% und setzte die Gewinne anschließend fort.

Nvidia sagte, Speichermangel begrenze, wie schnell das Unternehmen die Nachfrage befriedigen könne, und setze die Bruttomargen unter Druck.

Das ist die grundlegende Logik hinter der starken Erholung am Donnerstag.

Nvidias Speicherproblem könnte zur Chance für SanDisk werden

Nvidia erwartet, dass die Nachfrage weiter anziehen wird, doch Finanzchefin Colette Kress warnte, dass stark steigende Speicherpreise und höhere Komponenten- kosten die Margen belasten werden.

Der Chipriese erwartet, dass die bereinigte Bruttomarge von etwa 75% im Fiskal-Q2 auf 74% im Q3 fällt und dann im Q4 bei rund 71%-72% ihren Tiefpunkt erreicht.

Der Investing.com-Analyst Thomas Monteiro sagte gegenüber MarketWatch, dass Speicherinflation „meist zyklisch“ sei, fügte jedoch hinzu, dass solche Zyklen die „Gewohnheit haben, länger zu dauern als erwartet“.

Da wenige große Speicherhersteller das Angebot kontrollieren, behalten Produzenten eine erhebliche Preissetzungsmacht.

Das ist die direkte Folgenabschätzung für SanDisk. Höhere NAND-Preise können Umsatz und Margen stützen, selbst wenn diese Kosten Kunden unter Druck setzen, die speicherintensive KI-Systeme kaufen.

Der Kursanstieg am Donnerstag spiegelt daher mehr als nur Sympathie für Nvidia wider. Anleger werten Nvidias Warnung als Hinweis darauf, dass die angespannte Branchensituation länger anhalten könnte als angenommen.

Wall Street sieht KI als Wandel des traditionellen NAND-Zyklus

Der Bernstein-Analyst Mark Newman bezeichnete SanDisks High Bandwidth Flash-Technologie kürzlich als „Gamechanger für KI und die Speicherindustrie“ und bestätigte seine Outperform-Einstufung mit einem Kursziel von $3,000.

Newman argumentiert, dass HBF pro Exabyte drei- bis viermal mehr Fabrikfläche benötigen könnte als konventionelles NAND, womit Wafer-Kapazität gebunden würde und Knappheiten „deutlich länger anhalten könnten, als selbst die Optimisten erwarten“.

Der JPMorgan-Analyst Harlan Sur nahm die Berichterstattung mit einer Overweight-Einstufung wieder auf und nannte ein Kursziel von $2,250 für Dezember 2027.

Sur sagte, SanDisk sei „einzigartig positioniert“, um von der strukturellen Zunahme der NAND-Nachfrage durch KI-Inferenz zu profitieren.

Er hob außerdem acht langfristige Kundenvereinbarungen hervor, die einen Gesamtvertragswert von etwa $94 Milliarden zu Floor-Preisen darstellen.

Diese Verträge könnten mehr Ertragssichtbarkeit bieten, als Anleger historisch mit reinen Commodity-Speicherherstellern verbinden.

Eine Rallye ist einfacher als den Nachweis, dass die Knappheit anhält

Das Risiko besteht darin, dass Speicher zyklisch bleibt, weil starke Preise zu mehr Investitionen anregen.

SanDisk schloss am Mittwoch bei $1,499.37, nachdem die Aktie Anfang des Monats über $1,825 gehandelt worden war und Ende Juli unter $1,000 lag – ein Beispiel dafür, wie heftig Erwartungen schwanken können.

SanDisk und Kioxia gaben an, sie planten, bis 2032 mehr als $31 Milliarden in Japan zu investieren, um Halbleitertechnologie und Produktionskapazitäten auszubauen, da die KI-Nachfrage steigt.

Das Programm hängt teilweise von staatlicher Unterstützung durch die japanische Regierung ab.

Neue Kapazitäten geben SanDisk mehr Möglichkeiten, das KI-Wachstum zu nutzen, werfen aber auch die längerfristige Frage auf, die Anleger nicht ignorieren können: Könnte das Angebot schließlich schneller wachsen als die Nachfrage?