FTSE 100 stürzt ab, Öl‑Schock treibt britische Kreditkosten auf 1998‑Niveau

KI-Sentiment: 18/100 Bärisch
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Verkaufen iShares Core UK Gilts UCITS ETF (IGLT) / Short auf 30‑jährige britische Gilts (z. B. UKT 30Y‑Futures). Ein ölgetriebener Inflationsschock treibt die Renditen 30‑jähriger Gilts wieder in die Nähe des Niveaus von 1998, und die Märkte preisen zusätzliche Straffungen später in diesem Jahr ein. Selbst wenn die BoE das QT verlangsamt, ist das nur eine partielle Lösung, während Inflationserwartungen und globale Renditen den Druck am langen Ende aufrechterhalten.
Kernrisiko: Die BoE signalisiert klar eine frühere Lockerung oder eine schnellere Verlangsamung des QT, die die Renditen am langen Ende merklich begrenzt.
Verkaufen Standard Chartered (STAN) und Aberdeen Standard Investments (Hinweis: Aberdeen minus 2,6 %). Höhere Gilt‑Renditen und Zinsunsicherheit treffen Banken und Asset Manager über schwächere Haushaltsnachfrage und verschärfte Finanzbedingungen. Der Artikel stellt heraus, dass Anleger Sektoren, die empfindlich auf Kreditkosten reagieren, abwerten, da die Zinsen länger restriktiv bleiben.
Kernrisiko: Ein schneller Übergang zu einem ‚höher‑für‑länger, aber das Wachstum hält an‘‑Szenario, das die Kreditqualität verbessert und die Risikobereitschaft der Anleger erhöht.
- FTSE 100 erreicht Zwei‑Monats‑Tief, da Öl die Gilt‑Renditen Großbritanniens auf neue Höchststände treibt.
- Bankaktien ziehen den FTSE nach unten, während die 30‑jährige Gilt‑Rendite sich dem Spitzenwert von 1998 nähert.
- Wickes steigt nach stärkeren Geschäften, Trustpilot fällt nach schwachen Ergebnissen.
Der FTSE 100 fiel am Dienstag auf ein Zwei-Monats-Tief, da ein weiterer Preissprung beim Öl die britischen Kreditkosten nach oben trieb und damit den üblichen Auftrieb, den teures Rohöl den gewichtigen Energieaktien Londons verschafft, übertraf.
Der Leitindex fiel um 0,59 % auf 10.634,49 bis 1000 GMT, während der FTSE 250 0,46 % verlor. Banken und Investmentgesellschaften führten den Rückgang an: Standard Chartered gab 1,7 % nach und Aberdeen verlor 2,6 %.
Auch Bergbauunternehmen für Edel- und Industriemetalle schwächten sich, da Gold- und Kupferpreise fielen.
Die Entwicklung richtete den Fokus der Anleger darauf, ob das Inflationsproblem Großbritanniens so gravierend wird, dass die Bank of England zu einer restriktiveren Politik zurückkehren muss.
Öl wird zum Inflationsproblem
Brent-Rohöl stieg über 108 $ je Barrel, da die Versorgungsängste im Nahen Osten zunahmen und dies einen Anstieg von etwa 20 % seit Anfang September verstärkte.
Das würde normalerweise den FTSE 100 wegen seiner starken Gewichtung im Energiesektor begünstigen, doch die jüngste Entwicklung wird zunehmend als Inflationsschock gewertet.
Danni Hewson von AJ Bell sagte dem Guardian, dass steigende Ölpreise für britische Verbraucher zunehmend schwerer zu verkraften seien und bei der Sitzung der Bank of England in dieser Woche klar im Fokus stehen würden.
Sie merkte an, dass die Erwartungen an eine kurzfristige geldpolitische Maßnahme angesichts kletternder Energiekosten deutlich gestiegen seien.
Diese Spannung erklärt, weshalb die Gewinne bei Ölproduzenten nicht ausgereicht haben, um den breiteren Index zu stützen.
Stattdessen nehmen Anleger Abschläge bei Sektoren vor, die durch steigende Kreditkosten, schwächere Binnennachfrage und die Aussicht auf länger anhaltend restriktive Zinsen exponiert sind.
Gilt‑Renditen verschärfen den Druck auf Londoner Aktien
Die Rendite 30‑jähriger Gilts lag bei rund 5,91 %, in der Nähe der zuletzt 1998 gesehenen Niveaus, während die 10‑jährige Rendite ebenfalls auf den höchsten Stand seit 2007 geklettert ist.
Der Ausverkauf wurde durch einen breiteren Anstieg der globalen Anleiherenditen verstärkt, wobei die 10‑jährige US‑Treasury über 5 % stieg.
Es wird erwartet, dass die Bank of England den Bank Rate diese Woche unverändert bei 3,75 % belässt, doch die Märkte rechnen mit zusätzlicher Straffung später in diesem Jahr.
Die stark gestiegenen Ölpreise haben die Erwartungen an eine mögliche Erhöhung bis November wiederbelebt.
Die Bank steht zudem unter Druck, das Quantitative Tightening zu überdenken.
Berichten zufolge könnte sie den Verkauf von 20‑ und 30‑jährigen Gilts einstellen und das Tempo der Bilanzreduzierung insgesamt verlangsamen, wodurch der Druck am langen Ende potenziell gelindert würde, ohne eine Lockerung der Geldpolitik zu signalisieren.
Schwache Arbeitsmarktdaten verschärfen die Lage
Inlandsdaten boten kaum Beruhigung.
Die Arbeitslosenquote im Vereinigten Königreich blieb in den drei Monaten bis Juli bei 4,9 %, während die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten und die Stellenangebote weiter zurückgingen. Auch das Lohnwachstum verlangsamte sich, was die Zeichen einer nachlassenden Einstellungslust untermauert.
Gleichzeitig stieg die Lebensmittelinflation laut Worldpanel von Numerator in den vier Wochen bis zum 6. September auf 2,3 %, was zeigt, dass der Preisdruck für Haushalte nicht verschwunden ist.
Einzelne Aktien sorgten allerdings für etwas Entlastung. Wickes legte deutlich zu nach stärkeren Geschäften im dritten Quartal, während Trustpilot einbrach, nachdem es trotz solider Umsatzentwicklung seine Gewinnprognose unverändert ließ.

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