Bericht: Credit Suisse könnte mit dem Rivalen UBS fusionieren

Bericht: Credit Suisse könnte mit dem Rivalen UBS fusionieren
Wajeeh Khan
26. Juni 2021, 14:02 PM
  • Die Credit Suisse steht unter immensem Druck, einen Umstrukturierungsplan anzukündigen
  • Die von Skandalen betroffene Bank könnte ein Ziel für eine ausländische feindliche Übernahme werden
  • Der CEO von UBS, Ralph Hamers, mag die Idee einer Fusion mit der Credit Suisse nicht

Credit Suisse Group AG (ETR: CSX) steht unter immensem Druck, einen Umstrukturierungsplan anzukündigen, nachdem sie durch die Archegos- und Greensill-Skandale einen milliardenschweren Schaden erlitten hat. Reuters zitierte am Freitag anonyme Quellen, die berichteten, dass eine neue strategische Ausrichtung der Investmentbank sie in eine Fusion mit dem Rivalen UBS Group AG (SWX: UBSG) treiben könnte.

Das Risiko einer ausländischen feindlichen Übernahme

Den Quellen zufolge warnt das Top-Management der Credit Suisse, dass Investoren eine Trennung fordern könnten. Der Schweizer Kreditgeber ist seit Ende März auch an der Börse stark gesunken, was ihn zusätzlich zu einem geeigneten Ziel für eine ausländische feindliche Übernahme macht. Eine Quelle sagte Reuters:

Wenn die Credit Suisse mit UBS zusammenarbeitet, wird die neue Gemeinschaftsbank mit mehr als 110.000 Mitarbeitern einen Wert von mehr als 8,5 Mrd. $ haben – eine beherrschende Stellung, die weitere Genehmigungsanträge der Aufsichtsbehörden einfordern wird.

Um Wettbewerbsbedenken auszuräumen, könnte der Kreditgeber seine lokale Schweizer Bank ausgliedern. Die Geschäftsleitung der Credit Suisse wird voraussichtlich nächste Woche zusammentreten. Weitere Optionen, die auf dem Tisch liegen und diskutiert werden, sind die Ausgliederung des Vermögensverwaltungsgeschäfts und der Verkauf der US-Investmentbank.

Der CEO der UBS mag die Idee einer Fusion mit der Credit Suisse nicht

CEO Ralph Hamers von der UBS Group hat jedoch bereits Anfang des Jahres die Idee einer Fusion mit der Credit Suisse gemieden, da UBS organisches Wachstum priorisiert. Laut Reuters-Quellen befinden sich die Diskussionen derzeit erst in der Anfangsphase und die Restrukturierungsentscheidungen müssen noch abgeschlossen werden.

Sowohl Credit Suisse als auch UBS gaben am Freitag keine weiteren Informationen bekannt. Die Nachricht kommt Monate, nachdem Credit Suisse aufgrund der jüngsten Skandale im ersten Quartal einen Nettoverlust meldete.

Credit Suisse legte am Freitag im vorbörslichen Handel um mehr als 1% zu und stieg bei Marktöffnung um weitere 1%. Die Aktie ist von ihrem Jahreshoch Anfang März um mehr als 25% gefallen. Die Credit Suisse wird jetzt mit 28,50 Mrd. $ bewertet und hat ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 22,90.