Trump übernimmt eine robuste Wirtschaft, aber seine Pläne werfen Fragen auf
- Trump übernimmt eine starke Wirtschaft mit niedriger Arbeitslosigkeit und kräftigem Lohnwachstum.
- Die Unsicherheit hinsichtlich Zöllen und regulatorischer Änderungen könnte das Wirtschaftswachstum verlangsamen.
- Die Aufrechterhaltung des realen Lohnwachstums wird für Trumps wirtschaftliches Vermächtnis von entscheidender Bedeutung sein.
Präsident Donald Trump wird im Januar 2025 sein Amt für eine zweite Amtszeit antreten und eine Wirtschaft übernehmen, die nach den meisten Maßstäben in guter Verfassung ist.
Die Arbeitslosenquote lag Ende 2024 bei 4,1 %, einer der niedrigsten Quoten für einen neu gewählten Präsidenten in der modernen Geschichte.
Dies stellt eine erhebliche Abkehr von der Wirtschaftskrise dar, mit der Präsident Barack Obama 2009 konfrontiert war.
Trotz anhaltender Frustrationen über die Lebenshaltungskosten und anhaltender Risiken einer Wiederbelebung der Inflation befindet sich die US-Wirtschaft in guter Verfassung.
Der Arbeitsmarkt erlebt einen historischen, ununterbrochenen Wachstumsschub, bei dem die Lohnerhöhungen die Preissteigerungen übertreffen und die allgemeine Wirtschaftsleistung die Erwartungen weiterhin übertrifft.
„Der Präsident übernimmt eine sehr gesunde Wirtschaft“, sagte David Kelly, Chefstratege für globale Märkte bei JPMorgan Asset Management.
CNN weist jedoch darauf hin, dass noch Fragen offen sind, ob Trumps ehrgeiziges Programm diese Stabilität stören könnte.
Trumps Agenda steht vor großen Herausforderungen
Obwohl Trump seine zweite Amtszeit mit einer robusten Wirtschaft beginnt, haben seine weitreichenden Pläne ein erhebliches Maß an Unsicherheit mit sich gebracht.
An seinem ersten Tag nach seiner Rückkehr ins Weiße Haus erließ Trump Vollmachten zu Energie-, Einwanderungs- und Bundesangelegenheiten und signalisierte damit einen aggressiven Ansatz in der Wirtschaftspolitik.
Zu den wichtigsten Elementen seiner Agenda zählen:
Massive Zölle: Trump hat versprochen, ab dem 1. Februar Zölle in Höhe von 25 % auf Kanada und Mexiko zu erheben, obwohl die genauen Einzelheiten noch unklar sind.
Später könnten auch andere Länder mit Zöllen konfrontiert werden, und von wichtigen Handelspartnern wird Vergeltung erwartet.
Regulierungsänderungen: Die Bemühungen, bürokratische Hürden abzubauen, sollen die Geschäftstätigkeit ankurbeln, doch das schnelle Tempo dieser Änderungen könnte zu Verwirrung führen.
Steueranreize: Die versprochenen Steuererleichterungen für Unternehmen und Einzelpersonen sollen das Wachstum ankurbeln, die langfristigen finanziellen Auswirkungen sind jedoch ungewiss.
„Unsicherheit ist eine Steuer auf die Wirtschaft“, sagte Kelly von JPMorgan.
Die Lebenshaltungskosten: Eine anhaltende Herausforderung
Trump steht unter zunehmendem Druck, die steigenden Lebenshaltungskosten anzugehen, die für viele Amerikaner nach wie vor ein Hauptanliegen sind.
Laut Moody's Analytics gibt der typische US-Haushalt für Grundgüter und -dienstleistungen monatlich 1.213 US-Dollar mehr aus als im Januar 2021.
Obwohl die Löhne im Durchschnitt die Inflation überholt haben, haben viele Haushalte weiterhin mit Schwierigkeiten zu kämpfen.
Trump hat versprochen, die Preise zu senken, doch viele Ökonomen sind skeptisch, ob dies in großem Umfang möglich ist – es sei denn, die Wirtschaft erlebt einen schweren Abschwung.
Während die Verbraucher niedrigere Preise begrüßen, kann eine ausgeprägte Deflation erhebliche Risiken bergen und ist notorisch schwer umkehrbar.
„Man kann die Preise nicht auf das Niveau vor der Pandemie zurückbringen. Der einzige Weg, das zu erreichen, ist nicht eine Rezession, sondern eine Depression“, sagte Kelly.
Darüber hinaus könnten Elemente von Trumps Agenda, wie Zölle und Einwanderungspolitik, die Inflationsdruck weiter verschärfen.
Wie frühere Beispiele zeigen, geben Unternehmen die höheren Importkosten bei Zöllen häufig an die Verbraucher weiter.
Andererseits könnten Massenabschiebungen zu Personalengpässen in wichtigen Branchen wie dem Bau- und Landwirtschaftssektor führen und die Kosten in die Höhe treiben.
Risiken einer Überhitzung der Wirtschaft
Trotz der sinkenden Inflation befürchten einige Experten, dass Trumps Politik die ohnehin schon starke Wirtschaft überhitzen könnte.
Obwohl die Inflationsrate gesunken ist, liegt sie immer noch über dem Ziel der Federal Reserve.
Unterdessen brechen die Märkte immer wieder Rekorde, angetrieben von der steigenden Nachfrage nach Aktien von Big Tech und künstlicher Intelligenz.
„Das Fazit ist, dass die US-Wirtschaft 2025 auf einem soliden Fundament steht“, schrieb Torsten Slok, Chefökonom bei Apollo Global Management, in einer am Montag veröffentlichten Notiz mit dem Titel „Die US-Wirtschaft ist in großartiger Verfassung“.
„Wir machen uns weiterhin mehr Sorgen über die Aufwärtsrisiken für Wachstum und Inflation“, sagte Slok.
Trumps wirtschaftliches Vermächtnis hängt möglicherweise davon ab, ob das reale Lohnwachstum anhält – ein Trend, der unter Präsident Joe Biden begann.
Die steigenden Gehälter haben vielen Amerikanern geholfen, mit den höheren Preisen Schritt zu halten und ihren Lebensstandard zu verbessern.
Wenn Trumps Politik diese Entwicklung aufrechterhalten kann, ohne die Inflation anzuheizen, könnte sie die wirtschaftliche Stabilität stärken.
Um dieses Gleichgewicht zu erreichen, müssen jedoch erhebliche Unsicherheiten in Bezug auf Handel, Finanzpolitik und globale Marktdynamik überwunden werden.
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