Der deutsche DAX-Index hat gerade ein Allzeithoch erreicht: Was nun?

Der deutsche DAX-Index hat gerade ein Allzeithoch erreicht: Was nun?
Crispus Nyaga
14. Mai 2025, 10:09 AM
  • Der deutsche DAX-Index hat diese Woche ein Rekordhoch erreicht.
  • Investoren hoffen, dass Donald Trump ein Handelsabkommen mit Europa erzielen wird.
  • Er hat bereits einen Waffenstillstand mit China und Großbritannien erreicht.

Der DAX erreichte diese Woche ein Rekordhoch, da die Anleger weiterhin optimistisch sind, dass Deutschland den aktuellen Handelsstreit bewältigen wird. Er stieg auch aufgrund der Erwartung der Marktteilnehmer, dass die USA ein Handelsabkommen mit der Europäischen Union, einem der größten Handelspartner der USA, erzielen würden. Nach fünf Wochen in Folge mit steigenden Kursen notierte er bei 23.670 €.

Warum der DAX-Index in die Höhe schnellt

Der DAX, der die größten deutschen Unternehmen abbildet, setzte seine starke Rallye fort, nachdem die USA ihre Bereitschaft signalisiert hatten, Handelsabkommen zu unterzeichnen. Donald Trump kündigte letzte Woche ein Abkommen mit dem Vereinigten Königreich an, das Zölle auf einige der sensibelsten Güter wie Autos und Stahl abschafft.

Trump kündigte am Montag auch einen neuen Waffenstillstand mit China an. Nach einem zweitägigen Treffen in der Schweiz einigten sich die USA und China auf eine Deeskalation und die Senkung einiger der von ihm verhängten Zölle. Die USA senkten die Zölle von 145 % auf 30 %, während Peking zustimmte, den Satz von 125 % auf 10 % zu reduzieren.

Diese beiden Abkommen liefern eine Blaupause für das, was von anderen Ländern zu erwarten ist. Analysten gehen davon aus, dass die USA in den kommenden Wochen die Zölle auf EU-Waren senken werden, da beide Seiten Gespräche führen.

Ein solcher Schritt würde vielen deutschen Unternehmen zugutekommen, die viel Geschäft in den Vereinigten Staaten machen. Porsche, der Hersteller von Luxusfahrzeugen, wäre einer der Hauptprofiteure einer Zollentlastung durch die USA. Das liegt daran, dass die USA zu seinem wichtigsten Markt geworden sind, während China und Europa schwächeln. Porsche produziert alle in den USA verkauften Fahrzeuge in Deutschland, wodurch diese zollpflichtig sind.

Weitere DAX-Unternehmen, die von den Zollerleichterungen profitieren dürften, sind Automobilhersteller wie Volkswagen, BMW und die Mercedes-Benz Group. Weitere Unternehmen sind Adidas, Siemens, BASF und Bayer.

Maßnahmen der Europäischen Zentralbank

Der DAX-Index hat auch von den Maßnahmen der Europäischen Zentralbank (EZB) profitiert, die zu einer der geldpolitisch liberalsten Banken der entwickelten Welt geworden ist.

Im Gegensatz zur Federal Reserve hat der DAX einen Zinsenkungszyklus eingeleitet, um die europäische Wirtschaft zu unterstützen.

Die EZB hat die Zinssätze sieben Mal gesenkt und den Leitzins auf 2,25 % reduziert, was deutlich niedriger ist als die 4,5 % in den USA. Das bedeutet, dass europäische Unternehmen niedrigere Kreditkosten haben als Unternehmen in den USA.

Hinzu kommt, dass Deutschland und andere europäische Unternehmen bereit sind, mehr Geld für Infrastruktur und Verteidigung auszugeben. Deutschland hat Anfang des Jahres die Einrichtung eines 545 Milliarden Dollar schweren Fonds beschlossen.

Es wird erwartet, dass diese Mittel einigen der führenden Industrieunternehmen in Deutschland zugutekommen. Tatsächlich gehören einige der erfolgreichsten DAX-Unternehmen in diesem Jahr zu denjenigen, die von diesen Ausgaben profitieren werden.

Dazu gehören Unternehmen wie Rheinmetall, Heidelberg Materials, Siemens Energy und Siemens AG. Weitere Spitzenreiter im Index in diesem Jahr sind Commerzbank, Deutsche Bank, Bayer und Allianz.

Technische Analyse des DAX-Index

DAX-Chart | Quelle: TradingView

Die Wochenchart zeigt, dass der DAX 40 Index in diesem Jahr einen starken Aufwärtstrend verzeichnet hat und ein Rekordhoch von 24.000 € erreicht hat. Er hat die wichtige Widerstandsmarke bei 23.450 €, dem höchsten Punkt vom 17. März, überschritten. Das Doppel-Top-Muster bei 23.450 € wurde damit ungültig.

Der Index ist über den 50-Wochen- und 100-Wochen-EMA (Exponentieller gleitender Durchschnitt) geblieben, ein Zeichen dafür, dass die Bullen die Kontrolle haben. Da keine größeren Risiken bevorstehen, ist es wahrscheinlich, dass er weiter steigen wird, da die Bullen das nächste wichtige Widerstandsniveau bei 25.000 € anpeilen. Ein Rückgang unter die Unterstützung bei 23.000 € würde die bullische DAX-Indexprognose ungültig machen.