Boeing-Aktie fällt: April-Lieferungen verfehlen Erwartungen, Klage droht

Boeing-Aktie fällt: April-Lieferungen verfehlen Erwartungen, Klage droht
Ananthu C U
12. Mai 2026, 21:21 PM

Unterstützt von

Invezz
Boeing (BA) — Turnaround-Dip kaufen

Boeing (BA) kaufen. Die April-Auslieferungen verfehlten die "50+"-Erwartung, doch das größere Bild verbessert sich weiterhin: 190 Auslieferungen seit Jahresbeginn (YTD; +9 % im Vorjahresvergleich) und Nettoaufträge von 284 in 2026 (stärkste Entwicklung seit 2014). Mit 34 737-MAX-Auslieferungen im April und weiterhin prognostizierten 787-Auslieferungen (90–100 für das Jahr) überreagiert der Markt auf einen einzelnen Monat, während die Fundamentaldaten sich wieder in Richtung der Ziele bewegen. Die Aktie liegt zudem deutlich unter dem Höchststand von 2019, was Raum für Multiple-Expansion lässt, sollte das Auslieferungs-Momentum wieder einsetzen.

Kernrisiko: Boeing schafft es nicht, das Auslieferungstempo zu halten — verfehlt über mehrere Monate die 2026-Ziele — wodurch die Turnaround-Erzählung zusammenbricht und die Aktie deutlich niedriger neu bewertet wird.

Airbus (AIR.PA) — Verkaufen bei relativer Stärke

Airbus (AIR.PA) gegenüber BA verkaufen. Airbus lieferte im April 67 Flugzeuge gegenüber Boeings 47, was den offensichtlichen kurzfristigen Vorteil darstellt. Allerdings deuten Boeings Auslieferungen seit Jahresbeginn (190 vs. 181 bei Airbus) und das stärkere Nettoauftrags-Tempo für 2026 darauf hin, dass die April-Überperformance von Airbus nicht unbedingt ein nachhaltiger Trend ist. Holt Boeing bei den Monatsauslieferungen auf, sollte BA AIR.PA relativ übertreffen.

Kernrisiko: Airbus setzt seinen Vorsprung durch anhaltend hohe Monatsauslieferungen und Auftragsdynamik fort, wodurch BA länger als erwartet hinterherhinkt.

  • Boeing-Aktie fällt, da die April-Auslieferungen hinter den Erwartungen zurückbleiben.
  • Boeing verbuchte 136 Bestellungen, doch das Auslieferungstempo bereitet Anlegern weiter Sorgen.
  • Klage von LOT belebt die Prüfung der Sicherheitsfragen rund um Boeings 737 MAX wieder.

Die Boeing-Aktie fiel am Dienstag, nachdem der Flugzeughersteller für April Auslieferungen meldete, die leicht hinter den Erwartungen der Investoren zurückblieben. Gleichzeitig steht das Unternehmen erneut unter rechtlicher Beobachtung im Zusammenhang mit seinem 737-MAX-Programm.

Boeing BA-Aktien gaben 2,98 % auf $231.11 nach und stehen damit kurz davor, eine Serie von fünf Gewinntagen zu beenden.

Die Aktie liegt im Jahr 2026 bisher um 9,15 % im Plus und hat in den letzten 12 Monaten 19 % zugelegt, bleibt aber noch fast 43 % unter ihrem Rekordhoch von März 2019 von $440.62.

Der Rückgang folgte auf Boeings monatliches Betriebsupdate, das zeigte, dass das Unternehmen im April 47 Flugzeuge auslieferte und 136 Bruttoneuaufträge verbuchte.

Boeing-Auslieferungen bleiben hinter dem für Ziele nötigen Tempo zurück

Obwohl Boeings Auslieferungen im April deutlich über den acht ausgelieferten Flugzeugen im April 2025 lagen, hatten Investoren auf monatliche Auslieferungen von mehr als 50 Flugzeugen gehofft, während das Unternehmen weiterhin seinen mehrjährigen Turnaround vorantreibt.

Wall Street rechnet laut FactSet-Schätzungen derzeit damit, dass Boeing im Jahr 2026 662 Flugzeuge ausliefern wird.

Um dieses Ziel zu erreichen, müsste das Unternehmen über die verbleibenden acht Monate des Jahres im Schnitt rund 59 Auslieferungen pro Monat erzielen.

In den ersten vier Monaten des Jahres 2026 hat Boeing 190 Flugzeuge ausgeliefert, was einem Anstieg von 9 % gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres entspricht.

Zum Vergleich: Boeing lieferte im März 46, im Februar 51 und im Januar 46 Flugzeuge aus.

Das Unternehmen gab an, dass 34 der April-Auslieferungen auf 737 MAX entfielen, während sechs 787 Dreamliner waren.

Boeing wies zudem darauf hin, dass einige Auslieferungen durch Verzögerungen im Zusammenhang mit Zertifizierungen für Premium-Sitze beeinträchtigt wurden.

Dennoch erwartet das Unternehmen weiterhin, im laufenden Jahr zwischen 90 und 100 Dreamliner auszuliefern.

Zu Boeings größten April-Kunden gehörten United Airlines und das in Hongkong ansässige CDB Leasing, die jeweils sechs Flugzeuge erhielten.

American Airlines und das in Irland ansässige Avolon Aerospace Leasing gehörten ebenfalls zu den wichtigen Kunden des Unternehmens in dem Monat.

Auftragsaktivität bleibt trotz Produktionsdrucks robust

Boeing meldete im April 136 Bruttoneuaufträge, darunter 57 Bestellungen für 737-MAX-Jets und 51 Bestellungen für 787 Dreamliner.

Die größte Gruppe von Bestellungen stammte von nicht näher bezeichneten Kunden.

Ethiopian Airlines bestellte sechs 787-9, während EL AL eine 787-10 und fünf 787-9 orderte.

Nach Berücksichtigung von Stornierungen hat Boeing bisher 284 Nettoaufträge für 2026 verbucht, was das stärkste Auftragsniveau seit 2014 markiert.

Boeing konkurriert weiterhin eng mit Airbus bei den weltweiten Flugzeugauslieferungen.

Airbus lieferte im April 67 Flugzeuge aus und lag damit vor Boeings 47 für den Monat, wobei Boeing jedoch im Jahresverlauf mit 190 Auslieferungen gegenüber 181 von Airbus vorn liegt.

Klage von LOT Polish Airlines rückt MAX-Prüfung wieder in den Fokus

Separat sieht sich Boeing zudem einer Klage von LOT Polish Airlines gegenüber, die mit der Bodenstellung der 737-MAX-Flotte im Jahr 2019 in Zusammenhang steht.

LOT behauptet, Boeing habe bereits ab 2016 von kritischen Sicherheitsproblemen des Flugzeugs gewusst und wirft dem Unternehmen "Lügen und Täuschung und… verheerenden finanziellen Schaden" vor.

Die Fluggesellschaft reichte die Klage ursprünglich 2021 ein und fordert Entschädigung für Umsatzausfälle, die mit der weltweiten Bodenstellung der MAX-Flotte verbunden sind.

Boeings Rechtsvertretung entgegnete, dass LOT weiterhin 737-MAX-Flugzeuge betreibe.

Die Anwälte von Boeing führten aus, LOT habe "...einerseits im Gericht Betrug und Täuschung beklagt...", während die Flugzeuge weiterhin betrieben würden.

Der Anwalt fragte außerdem: "Verhält sich so das Opfer eines multimillionenschweren Betrugs?"

Trotz der jüngsten rechtlichen und operativen Herausforderungen halten Wall-Street-Analysten weiterhin an ihrer positiven Einschätzung der Boeing-Aktie fest.

Die Aktie weist derzeit ein Konsensrating 'Strong Buy' auf, basierend auf 15 Buy-Einstufungen und einer Hold-Empfehlung.