Dow erreicht Rekordhoch, sinkende Renditen stützen die Wall Street

Dow erreicht Rekordhoch, sinkende Renditen stützen die Wall Street
Ananthu C U
22. Mai 2026, 22:15 PM

Unterstützt von

Invezz
Qualcomm (QCOM)

Kaufempfehlung für QCOM. Der Artikel hebt eine fast 12%ige Rallye hervor, die mit Momentum im Automotive- und KI-bezogenen Geschäft verbunden ist; zudem wird der Halbleitersektor insgesamt durch Investitionen in KI-Infrastruktur gestützt. Bei nachlassenden Renditen sollten hochwertige Wachstumswerte weiter nachgefragt werden, und der Katalysator für QCOM ist eher unternehmensspezifisch als rein makroökonomisch.

Kernrisiko: Eine deutliche Umkehr der Nachfrageerwartungen im KI-/Automobilbereich oder eine Guidance, die die Rallye als einmaliges Ereignis entlarvt.

Long-end Treasuries (TLT)

Kauf von TLT. Die 10- und 30-jährigen Renditen sanken, als sich die Anleihevolatilität beruhigte, und der Markt tendiert eher zu einer Entspannung des Inflationsdrucks, falls die Diplomatie im Nahen Osten das Ölrisiko reduziert. Diese Kombination unterstützt typischerweise Kursgewinne bei langlaufenden Papieren.

Kernrisiko: Ein erneuter Ölpreisschub entfacht wieder Inflationsängste und treibt die Langfristrenditen schnell wieder nach oben.

  • Dow erreicht Rekordhoch, da sinkende Treasury-Renditen die Wall Street stützen.
  • S&P 500 verzeichnet achte Wochenzunahme in Folge vor dem Hintergrund von KI-Optimismus.
  • Gespräche mit Iran dämpfen Ölängste, Aktien schließen Woche höher.

Die Wall Street schloss am Freitag höher, wobei der Dow Jones Industrial Average ein Intraday-Rekordhoch erreichte, da sinkende Treasury-Renditen und Zuversicht in Bezug auf diplomatische Bemühungen im Nahen Osten die Anlegerstimmung vor dem Memorial-Day-Wochenende stützten.

Der Dow gewann fast 295 Punkte bzw. 0,59% und schloss bei etwa 50,580.

Der Blue-Chip-Index hatte im Verlauf der Sitzung zeitweise bis zu 1% zugelegt, bevor die Gewinne später am Tag reduziert wurden.

Der S&P 500 stieg um 0,36% und verzeichnete damit den achten Wochengewinn in Folge – die längste Gewinnserie seit Ende 2023.

Der Nasdaq Composite legte um 0,20% zu und setzte damit seine jüngste positive Wochenentwicklung fort.

Die Märkte schwankten im Verlauf der Woche, da Anleger geopolitische Risiken rund um den Konflikt mit Iran gegen robuste Unternehmensgewinne und Anzeichen für Stabilität am Anleihemarkt abwogen.

Diplomatie im Nahen Osten und Ölmarkt im Fokus

Das Anlegerinteresse blieb auf diplomatische Entwicklungen zwischen den Vereinigten Staaten und Iran gerichtet.

Reuters berichtete, dass eine katarische Delegation in Abstimmung mit den Vereinigten Staaten nach Teheran gereist sei, um Gespräche zu unterstützen, die auf eine Beendigung des Konflikts abzielen.

US-Außenminister Marco Rubio sagte ebenfalls, dass in Richtung einer potenziellen Einigung Fortschritte erzielt worden seien, obwohl iranische Vertreter angaben, dass zwischen den Parteien weiterhin erhebliche Differenzen bestünden.

Die Ölpreise schlossen moderat höher, blieben jedoch unter den Spitzenständen vom Wochenbeginn, da Hoffnungen auf eine diplomatische Lösung einige Sorgen über Störungen der weltweiten Energieversorgung verringerten.

Brent-Öl schloss 0,9% höher bei $103.54 pro Barrel, während West Texas Intermediate um etwa 0,3% zulegte und bei $96.60 pro Barrel schloss.

Auch die Anleihemärkte stabilisierten sich nach erheblicher Volatilität zu Beginn der Woche.

Die maßgebliche 10-jährige Treasury-Rendite fiel um rund 3 Basispunkte auf etwa 4.56%, während die 30-jährige Treasury-Rendite auf ungefähr 5.06% zurückging.

Anfang der Woche waren die langfristigen Treasury-Renditen stark gestiegen, da Anleger befürchteten, dass anhaltende geopolitische Spannungen und höhere Ölpreise inflationsfördernde Effekte auslösen könnten.

Halbleiteraktien und Unternehmensgewinne stützen die Marktzuwächse

Technologie- und Halbleiteraktien trugen weiter zu den breiteren Marktzuwächsen bei.

Der Philadelphia Semiconductor Index legte zu, gestützt unter anderem von einer fast 12%igen Rallye der Qualcomm-Aktien nach positiven Entwicklungen im Automotive- und KI-bezogenen Geschäftsbereich.

Nvidia-Aktien gaben leicht nach, doch der breitere Halbleitersektor blieb durch die anhaltende Begeisterung für Investitionen in die Infrastruktur für künstliche Intelligenz gestützt.

Die Aktien von Dell Technologies erreichten ein Rekordhoch, nachdem die Lenovo Group besser als erwartete Quartalsumsätze meldete, während auch HP Inc. zulegte.

Unternehmensgewinne lieferten weiterhin breit gestützte Unterstützung für Aktien.

Anleger beobachten Fed-Führungswechsel

Die Märkte verfolgten auch die Entwicklungen an der Federal Reserve, nachdem Kevin Warsh am Freitag formell als Fed-Vorsitzender vereidigt wurde.

Warsh übernimmt die Leitung der Zentralbank in einer Phase, in der Anleger weiter auf Inflationsrisiken, Zinspolitik und den gesamtwirtschaftlichen Ausblick fokussiert sind.

Der Führungswechsel bei der Fed erfolgt inmitten höherer Benzinpreise, die mit dem Iran-Konflikt in Verbindung gebracht werden und weiterhin die Inflationserwartungen sowie die Verbraucherstimmung beeinflussen.

Mehrere Einzelaktien verzeichneten während der Sitzung ebenfalls starke Zugewinne.

Estée Lauder legte zu, nachdem die Fusionsgespräche mit dem spanischen Parfümunternehmen Puig beendet wurden, während Workday nach Veröffentlichung von Quartalsumsatz und -gewinn, die die Analystenerwartungen übertrafen, zulegte.

Trotz erhöhter Volatilität im Laufe der Woche schlossen die wichtigsten US-Indizes mit soliden Wochengewinnen.

Der Dow stieg in der Woche um etwa 2,3%, während der S&P 500 nahezu 1% zulegte und der Nasdaq rund 0,5% gewann.