Intel- und AMD-Aktien rutschen erneut nach Broadcoms schwacher Prognose
KI-Sentiment: 18/100 Bärisch
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Intel (INTC) kaufen. Broadcoms verfehlte KI-Guidance zieht die gesamte Gruppe nach unten, doch der Ausverkauf bei Intel ist auch eine Frage von Bewertung und Sentiment nach einer Herabstufung – nicht ein frischer, unternehmensspezifischer Nachfragezusammenbruch bei Intel. Da INTC an dem Tag um ~8 % nachgibt, kauft man in die Angst hinein, während der Markt die KI-Positionen breit neu bewertet. These: Die Entriskung im Halbleitersektor ist temporär, und die Erzählung einer operativen Erholung bei Intel wird sich wieder durchsetzen, da die Hyperscaler-Capex nicht über Nacht verschwindet.
Kernrisiko: Das Risiko: Die Ausgaben der Hyperscaler für Rechenzentren verlangsamen sich in den nächsten 12–18 Monaten deutlich, womit die Nachfragebedenken der Herabstufung bestätigt würden.
AMD (AMD) verkaufen. Die Aktie wird von zwei Seiten getroffen: Broadcoms schwächerer KI-Ausblick und die überfüllte Positionierung (sehr hohes KGV, ARK reduziert, umfangreiche Insiderverkäufe). These: Der Markt wird weiter aus den teuersten KI-Begünstigten rotieren, bis die Guidance über die gesamte Wertschöpfungskette stabilisiert ist. Daher ist das Aufwärtspotenzial bei AMD kurzfristig begrenzt, selbst wenn die langfristige Story intakt bleibt.
Kernrisiko: Risiko: AMD liefert einen KI-Umsatz-/MI300-Anstieg, der die Erwartungen übertrifft und Investoren zwingt, die Entriskung des gesamten KI-Komplexes einzustellen.
- Intel, AMD rutschen um 8 %, nachdem Broadcom-Ausblick Chipaktien erschüttert.
- Broadcoms verfehlte KI-Prognose löst einen breiteren Halbleiterausverkauf aus.
- Analystenherabstufungen erhöhen den Druck auf Intel- und AMD-Aktien.
Die Aktien von Intel Corp. und Advanced Micro Devices setzten am Freitag ihre Verluste fort, da ein scharfer Ausverkauf bei Halbleiteraktien an Fahrt gewann und Anleger weiterhin auf Broadcoms schwächer als erwartete KI-Prognose reagierten.
Der breit angelegte Rückgang folgte auf Broadcoms Ergebnisbericht für das zweite Fiskalquartal, der zwar die Schlagzeilen-Erwartungen übertraf, aber die hohen Markterwartungen an KI-bedingtes Wachstum nicht erfüllte.
Die Enttäuschung löste den zweiten Verlusttag in Folge für Chiphersteller aus, die in den vergangenen Monaten dazu beigetragen hatten, die US-Aktien auf Rekordhöhen zu treiben.
INTC-Aktien fielen im Handel um 8 %, erreichten ein Intraday-Tief von $101.55 und notierten zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels bei $102.48.
Auch AMD gab um rund 8 % nach und erhöhte den Druck im gesamten Halbleitersektor.
Broadcom-Ausblick erschüttert den Halbleitersektor
Auslöser des jüngsten Ausverkaufs war Broadcoms Prognose für die KI-Halbleiterumsätze im dritten Quartal von etwa $16 Milliarden, unter den Analystenerwartungen von rund $17.2 Milliarden.
Das Unternehmen verzichtete außerdem darauf, seine Jahresprognose für KI-Chip-Umsätze anzuheben.
Broadcom-Aktien fielen am Freitag um mehr als 5 %, nachdem sie in der vorherigen Sitzung um 13 % eingebrochen waren.
Laut Dow Jones Market Data vernichtete der Rückgang am Donnerstag rund $286 Milliarden an Marktwert und markierte damit den viertgrößten Tageswertverlust, der je bei einem in den USA gelisteten Unternehmen verzeichnet wurde.
Die Schwäche breitete sich schnell in der gesamten Halbleiterbranche aus.
Auch Micron Technology, Qualcomm, Arm Holdings und Marvell Technology gaben nach, da Anleger bezweifelten, ob die von KI getriebene Rallye bei Chiptiteln ihre Dynamik halten könne.
Broadcoms Earnings Call verstärkte die Anlegerbedenken zusätzlich, nachdem CEO Hock Tan sagte, dass der große Abnehmer kundenspezifischer Chips, Google, wahrscheinlich seine Lieferkette diversifizieren werde.
Intel mit Bewertungsbedenken konfrontiert
Während der breitere Sektorabschwung Intel belastete, geriet die Aktie zusätzlich durch eine kürzliche Analystenherabstufung unter Druck.
Northland Capital Markets stufte Intel von Outperform auf Market Perform herab; Analyst Gus Richard argumentierte, dass die fast 500%-Rallye der Aktie im vergangenen Jahr bereits einen Großteil der erwarteten operativen Erholung eingepreist habe.
Der Analyst äußerte zudem die Sorge, dass die Ausgaben für Hyperscale-Rechenzentren 2027 zu verlangsamen beginnen könnten, was zusätzliche Unsicherheit für die Halbleiternachfrage schaffen würde.
Die Kombination aus Broadcoms vorsichtigem KI-Ausblick und anhaltenden Bewertungsbedenken machte Intel während der risikoscheuen Sitzung am Freitag besonders anfällig.
AMD unter Druck trotz starker langfristiger Dynamik
Auch AMD geriet unter Druck, als Anleger sich aus wachstumsstarken KI-Titeln zurückzogen.
Das Analysehaus Zacks stufte die Aktie kürzlich von „starker Kaufempfehlung“ auf „Halten“ herab und verwies auf ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von etwa dem 173‑fachen sowie einen Aktienkurs, der weit über dem durchschnittlichen Kursziel der Analysten lag.
Die Anlegerstimmung wurde weiter durch jüngste Verkaufsaktivitäten belastet.
ARK Invest reduzierte seine AMD-Position am 3. Juni um rund $39 Millionen, während Insiderverkäufe in den vorangegangenen drei Monaten mehr als $122 Millionen betrugen.
Trotz des jüngsten Rücksetzers liegen die AMD-Aktien für das Jahr weiterhin um etwa 116 % im Plus, handeln jedoch noch unter ihrem jüngsten 52-Wochen-Hoch.
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