Brent-Öl steigt 3% nach neuen US-Angriffen auf Iran und verunsichert Märkte

Brent-Öl steigt 3% nach neuen US-Angriffen auf Iran und verunsichert Märkte
Devesh Kumar
11. Juni 2026, 05:48 AM

Unterstützt von

Invezz
Brent-Rohöl (UKOIL/Brent-Futures)

Brent-Exposure kaufen (Brent-Futures oder einen ETF, der den Frontmonat Brent abbildet). Neue US-Schläge plus der „Stopp“ in der Straße von Hormus halten den Markt in einer „überwachten Pause“, was bedeutet, dass das Angebot weiterhin knapp ist, selbst wenn einige Schiffe fahren. Das erhält die Aufwärtsverzerrung: Jede weitere Verzögerung bei der Wiederöffnung kann physische Barrel schnell verknappen und die Preise in Richtung des $120-Szenarios treiben.

Kernrisiko: Eine eindeutige, dauerhafte Wiederöffnung von Hormuz mit normalem Tankerverkehr, die die Prämie für Angebotsknappheit beseitigt.

USOIL (WTI) vs. Brent-Spread

Brent kaufen und WTI verkaufen (Long Brent/Short WTI-Spread). Wenn Hormuz eingeschränkt bleibt, sollte der globale Benchmark (Brent) empfindlicher bleiben als die inländische US-Bepreisung (WTI), die durch US-Angebot und Logistik stärker gepuffert ist. Der Spread dürfte sich ausweiten, da der Markt einen größeren internationalen Angebotschock einpreist als einen inländischen.

Kernrisiko: WTI holt auf, weil das US-Rohölangebot knapper wird oder Export-/Transportbeschränkungen dafür sorgen, dass WTI ebenso stark reagiert wie Brent.

  • Brent nähert sich $95 nach neuen US-Angriffen auf Ziele im Iran.
  • Iran erklärt Hormuz für geschlossen, dennoch gibt es weiterhin Schiffsverkehr.
  • Goldman warnt: Brent könnte $120 erreichen, falls Störungen anhalten.

Die Ölpreise stiegen am Donnerstag deutlich an, wobei Brent-Öl die Marke von 95 US-Dollar je Barrel überschritt, nachdem neue US-Angriffe auf den Iran die Befürchtung einer weiteren Verknappung der globalen Energieversorgung vertieften.

Brent, das globale Ölmaß, kletterte um etwa 2,5 % auf rund 95,45 US-Dollar, während US-West-Texas-Intermediate (WTI) fast 3 % auf etwa 92,68 US-Dollar zulegte.

Die Bewegung folgte, nachdem das US Central Command mitgeteilt hatte, zusätzliche „Selbstverteidigungsangriffe“ auf Ziele im Iran gestartet zu haben.

Teheran reagierte mit der Ankündigung, jeglichen Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus zu stoppen.

US-Schläge verunsichern Märkte, Hormuz in einer ‚überwachten Pause‘

Der jüngste Anstieg der Rohölpreise wurde von der vertrauten Sorge getrieben, dass der Markt weiter keine klare Einschätzung hat, wann der normale Schiffsverkehr durch Hormuz wiederaufgenommen wird.

CENTCOM sagte, die neuen Schläge seien auf mehrere Ziele im Iran gerichtet und markierten eine weitere Eskalation nach einer fragilen Pause der Kämpfe Anfang des Jahres.

Das Militärkommando des Iran erklärte anschließend, die Meerenge werde für Öltanker und Handelsschiffe geschlossen, und warnte, Schiffe, die eine Passage versuchten, könnten ins Visier genommen werden.

Das US-Militär erklärte, Handelsschiffe würden weiterhin ein- und ausfahren.

Spezialisten der Schifffahrt bleiben jedoch vorsichtig, da begrenzte Durchfahrten nicht dasselbe sind wie eine wieder eröffnete Wasserstraße.

Das maritime Rechercheunternehmen Windward brachte es in einer von Safety4Sea berichteten Einschätzung auf den Punkt: „Die Meerenge ist nicht wieder geöffnet, sie befindet sich in einer überwachten Pause.“

Die Formulierung verweist auf eine angespannte Lage in Hormuz: Einige Schiffe bewegen sich möglicherweise weiterhin, doch die Route operiert unter politischem und militärischem Druck.

Wall Street warnt: Das Aufwärtsrisiko ist nicht gebannt

Analysten sagen, die nächste Entwicklung des Ölpreises hänge davon ab, ob die jüngste Eskalation eine breitere Wiederöffnung von Hormuz verzögert.

Goldman-Sachs-Analysten unter Leitung von Daan Struyven warnten, die Lage bleibe „fließend“ und die Risiken für die Ölpreisprognosen der Bank blieben „nach oben verzerrt“.

Goldman skizzierte ein Szenario, wonach Brent im dritten Quartal durchschnittlich 120 US-Dollar erreichen könnte, falls stark eingeschränkter Verkehr durch Hormuz länger anhalte.

Das ist nicht das Basisszenario der Bank, erklärt aber, warum der Markt so sensibel auf jede militärische Meldung reagiert.

Selbst eine partielle Einschränkung kann das Angebot verknappen, wenn Reedereien, Versicherer und Energieunternehmen das Risiko nicht eingehen wollen.

UBS-Analyst Giovanni Staunovo sagte, Anleger fürchteten, die Durchflussraten durch Hormuz könnten länger eingeschränkt bleiben.

Citi warnte indessen, ein anhaltender Ölschock würde nicht bei den Kraftstoffkosten Halt machen.

Höhere Rohölpreise können sich auf Frachtkosten, Chemikalien, Lebensmittel und Konsumgüter auswirken und so Zweitrundeneffekte bei der Inflation erzeugen, die Zentralbanken schwerer ignorieren können.

Derzeit steigen die Ölpreise stetig, nicht chaotisch. Aber Analysten sagen, das Risiko eines weiteren starken Sprungs der Rohölpreise sei weiterhin sehr real.