Invezz

Rohstoffüberblick: Öl steigt über 2% nach fragilem US‑Iran‑Deal; Gold stabil

Rohstoffüberblick: Öl steigt über 2% nach fragilem US‑Iran‑Deal; Gold stabil
Sayantan Sarkar
17. Juni 2026, 17:05 PM

Unterstützt von

Invezz
Long‑Position auf WTI (CL)

Kaufen: WTI‑Rohöl (NYMEX: CL). Die Nachrichten bilden eine kurzfristige Risikoprämie: Trumps Bombendrohung gegenüber Iran treibt den Ölpreis bereits nach oben, und die Bestände fielen um 8.3m bbl, während die IEA für 2027 einen großen Angebotsüberhang signalisiert. Selbst wenn der Waffenstillstand hält, wird der Markt weiterhin intermittierende Eskalationsrisiken einpreisen, bis die Details des Abkommens öffentlich sind.

Kernrisiko: Ein glaubwürdiges, detailliertes US‑Iran‑Abkommen, das die Bombendrohung beseitigt und einen schnellen Risikoabbau im Ölmarkt auslöst.

Short‑Position auf COMEX‑Gold (GC)

Verkaufen: COMEX‑Gold (GC). Gold wartet auf die Fed und ist sehr empfindlich gegenüber Zinserwartungen. Sobald Warsh auch nur leicht einen restriktiven Ton anschlägt, steigen die Realrenditen und Gold (ohne Rendite) tendiert typischerweise zu Ausverkäufen – besonders nachdem es bereits beinahe ein Sechsmonats‑Tief erreicht hat.

Kernrisiko: Warsh fährt einen eindeutig lockereren geldpolitischen Kurs ein oder signalisiert Zinssenkungen, wodurch der Druck durch die Realrenditen zusammenbricht und Gold anzieht.

  • Öl steigt um 2%, nachdem Trump die militärische Drohung gegenüber Iran erneuert hat.
  • Gold hält Gewinne vor der ersten Fed‑Entscheidung unter Warsh.
  • IEA warnt, dass das weltweite Ölangebot 2027 die Nachfrage deutlich übersteigen könnte.

Die Ölpreise erholten sich am Mittwoch um mehr als 2%, nachdem US‑Präsident Donald Trump damit gedroht hatte, Iran zu bombardieren, was Zweifel an dem Friedensabkommen aufkommen ließ. 

Unterdessen blieben die Goldpreise im Plus, während Anleger auf die erste geldpolitische Entscheidung des neuen Fed‑Vorsitzenden Kevin Warsh warteten. 

Unter den Basismetallen notierte der Dreimonats‑Kupferkontrakt an der London Metal Exchange bei $13,801.38 pro Tonne und damit im Wesentlichen unverändert zum vorherigen Schlusskurs.

Der Aluminiumkontrakt lag 0,7% höher bei $3,417.93 pro Tonne. 

Öl erholt sich

Die Ölpreise stiegen am Mittwoch um mehr als 2%, nachdem Trump gedroht hatte, die Bombardements gegen Iran wieder aufzunehmen, falls das Land sich nicht „benimmt“, blieben jedoch in der Nähe von Drei‑Monats‑Tiefs. 

Der Preis für West Texas Intermediate‑Rohöl (WTI) lag bei $77.51 je Barrel, ein Plus von 1,9%, während Brent ebenfalls 1,9% höher bei $80.38 pro Barrel notierte.

Die Internationale Energieagentur (IEA) warnte, dass der Ölmarkt im nächsten Jahr mit einem erheblichen Angebotsüberhang konfrontiert sein werde.

In ihrer ersten Einschätzung für 2027 prognostizierte die IEA einen Anstieg des weltweiten Angebots um 8 Millionen Barrel pro Tag, während die Nachfrage nur um 2 Millionen bpd zulege.

Das vorläufige US‑Iran‑Abkommen, dessen Details noch nicht veröffentlicht wurden, verlängert einen fragilen im April vereinbarten Waffenstillstand um weitere 60 Tage, um Verhandlungen auf dem Weg zu einem dauerhaften Frieden zu ermöglichen. 

Branchenvertreter warnen, dass eine vollständige Erholung auf das Produktions‑ und Raffinerieniveau vor dem Krieg noch Wochen, Monate oder sogar länger dauern könnte.

Die US‑Rohölbestände sanken in der Woche bis zum 12. Juni um 8,3 Millionen Barrel, berichteten Marktquellen unter Berufung auf Daten des American Petroleum Institute.

Gold stabil

Die Goldpreise blieben am Mittwoch stabil, während Anleger die erste geldpolitische Entscheidung der US‑Federal Reserve unter dem neuen Vorsitzenden Kevin Warsh sowie weitere Klarheit zum US‑Iran‑Friedensabkommen abwarteten.

Die Federal Reserve wird ihre Zinsentscheidung, die geldpolitische Erklärung und die aktualisierten Wirtschaftsprojektionen um 14:00 Uhr EDT (18:00 GMT) veröffentlichen. Warsh, der letzten Monat Jerome Powell ablöste, wird 30 Minuten später eine Pressekonferenz abhalten.

„Es wird erwartet, dass die US‑Zinsen unverändert bleiben, doch der eigentliche Fokus liegt auf Kevin Warsh. Jeglicher Hauch von Straffung könnte das Gold belasten, das sehr empfindlich auf Zinserwartungen reagiert“, wurde Lukman Otunuga, Senior Research Analyst bei FXTM, in einem Reuters‑Bericht zitiert.

Bei Blick auf die Charts könnten die Preise bis in Richtung $4,350 steigen, wenn $4,300 als verlässliche Unterstützung bestätigt wird. Schwäche unter $4,300 könnte einen Ausverkauf zurück in den Unterstützungsbereich bei $4,250–$4,200 pro Unze auslösen.

Lukman OtunugaSenior Research Analyst bei FXTM

Spot‑Gold erreichte letzte Woche ein fast sechsmonatiges Tief, da inflationsbedingte Sorgen im Zusammenhang mit dem Iran‑Konflikt die Erwartung höherer US‑Zinsen verstärkten.

Obwohl Gold traditionell als Inflationsschutz gilt, setzt ein hohes Zinsniveau das Metall unter Druck, da es keine Rendite abwirft.

Die Preise erholten sich später, nachdem die USA und Iran einen Rahmenvertrag erzielt hatten.

Trump betonte jedoch, dass das Abkommen nicht endgültig sei, und warnte, er könne die Militäraktionen wieder aufnehmen, falls er mit Irans Verhalten unzufrieden sei.

Zum Zeitpunkt der Erstellung notierte der COMEX‑Goldkontrakt bei $4,372.67 pro Unze, ein Plus von 0,4%, während Silber 1,0% höher bei $70.750 pro Unze notierte.