Invezz

Gold klettert über $4.000, Händler jagen der Rallye nicht nach

Gold klettert über $4.000, Händler jagen der Rallye nicht nach
Devesh Kumar
02. Juli 2026, 06:26 AM

Unterstützt von

Invezz
Spot-Gold (XAU/USD)

Kaufen Sie XAU/USD für eine Fortsetzungsbewegung, da schwächere US-Daten den Dollar schwächen und das Argument für hartnäckige Inflation und damit für Straffungen reduzieren. Der Artikel verweist auf die Abkühlung bei ADP und ISM sowie niedrigere Prices-Paid‑Werte – Treibstoff für die nächste Goldbewegung in Richtung $4.112 und dann $4.145 (100-Tage-Durchschnitt). Kurz gesagt: Sie setzen auf das Zusammenspiel von sicherem Hafen und nachlassendem Wachstum, während die Fed die Straffungserwartungen nicht vollständig wiederhergestellt hat.

Kernrisiko: Die Arbeitsmarktdaten (NFP) fallen überraschend stark aus und das Fed-Narrativ wird restriktiver, was den Dollar antreibt und Gold unter dem Widerstand deckelt.

US-Dollar-Index (DXY)

Verkaufen Sie DXY als Haupttreiber der Gold-Erholung. Die unmittelbare Unterstützung kommt vom Dollar: schwächere US-Beschäftigungs- und Industrieindikatoren dämpfen Zinserwartungen und machen das Edelmetall für Nicht‑US‑Käufer günstiger. Sollte der Dollar bis zum NFP weiter fallen, kann Gold selbst ohne größere geopolitische Eskalation langsam zulegen.

Kernrisiko: Positive NFP-Überraschungen und eine Neubepreisung der Zinsmärkte in Richtung weiterer Erhöhungen führen zu einer scharfen Dollar-Rally, die Gold belastet.

  • Gold bleibt über $4.000, da schwächere US-Daten die Dollar-Nachfrage vor dem NFP dämpfen.
  • Wetten auf Fed-Zinserhöhungen und Iran-Unsicherheit begrenzen die Goldgewinne.
  • Warshs Haltung macht Goldhändler vorsichtig, trotz schwächerer ADP-Beschäftigungsdaten.

Die Erholung von Gold hat die Argumentation rund um das Edelmetall nicht vollständig verändert.

Das Metall liegt wieder über der $4.000-Marke, nachdem schwächere US-Daten den Dollar schwächten, doch der Markt zögert noch, vor dem offiziellen Arbeitsmarktbericht auf höhere Kurse aufzuspringen.

Händler wägen zwei gegensätzliche Signale ab: einen abkühlenden Arbeitsmarkt, der Gold unterstützt, und eine Federal Reserve, die sich weigert, den Kampf gegen die Inflation als gewonnen zu erklären.

Hinzu kommt die fragile US‑Iran-Diplomatie und ein weiterer russischer Angriff auf Kiew, und der Handel wirkt eher nach Vorsicht als nach Überzeugung.

Schwächere Daten verschaffen dem Edelmetall etwas Luft

Spot-Gold stieg im asiatischen Handel am Donnerstag um 0,7 % auf $4.057,92 je Unze und setzte damit seine Erholung nach einer volatilen Sitzung am Vortag fort.

US-Gold-Futures waren schwächer und rutschten um 0,3 % auf $4.070,10, was zeigt, dass die Erholung noch uneinheitlich ist.

Die unmittelbare Unterstützung kam vom Dollar. ADP-Daten zeigten, dass US‑Privatunternehmen im Juni 98.000 Stellen schufen, unter den Erwartungen und nach 122.000 im Mai.

Auch die Industrie kühlte ab, der ISM-Index fiel auf 53,3 von 54.

Der Prices-Paid-Indikator fiel deutlich, ein wichtiges Signal für Investoren, die befürchten, dass Energie- und Lieferkosten die Inflation hartnäckig halten könnten.

Für Gold ist diese Kombination wichtig.

Schwächere Beschäftigungszahlen und geringerer Druck durch Vorleistungspreise mindern das Argument für eine aggressive Straffung, während ein schwächerer Dollar das Edelmetall für Nicht‑US‑Käufer günstiger macht.

Die Fed-Wette ist nicht vom Tisch

Das Problem für Gold-Bullen ist, dass sich die Fed-Geschichte nicht in Richtung Lockerung gedreht hat. Die Zinsmärkte sehen weiterhin eine beträchtliche Chance auf eine Zinserhöhung im September und eine noch höhere Wahrscheinlichkeit für einen Schritt bis zum Jahresende.

Das setzt eine Obergrenze für ein nicht verzinsliches Anlagegut wie Gold.

Fed-Vorsitzender Kevin Warsh gab auf dem Sintra-Forum der EZB kaum Anlass zu Spekulationen über eine Lockerung der Geldpolitik.

Seine Botschaft lautete, dass die Inflationsrisiken nachgelassen hätten, die Zentralbank jedoch weiterhin am 2%-Ziel festhalte und die Geldpolitik nicht allein lockern werde, weil Märkte oder das Weiße Haus Erleichterung wollen.

Analysten sehen in dieser Haltung einen Grund, die Gold-Erholung vorsichtig zu behandeln, bis die Arbeitsmarktdaten einen Abschwächungstrend bestätigen.

Geopolitik stützt die Nachfrage nach sicheren Häfen

Das geopolitische Umfeld bleibt unterstützend, reicht jedoch nicht aus, um die Zinsgeschichte zu dominieren. Die US‑Iran-Gespräche in Doha endeten ohne endgültige Einigung, obwohl Katar von einigen Fortschritten sprach.

Die Straße von Hormus bleibt der wichtigste Druckpunkt für die Märkte, da erneute Spannungen Öl und Inflation beeinträchtigen könnten.

Der nächtliche Raketen- und Drohnenangriff Russlands auf Kiew fügte eine weitere Ebene von Nachfrage nach sicheren Häfen hinzu.

Dennoch braucht Gold einen stärkeren Katalysator, um Gewinne auszubauen. Im Chart liegt der Widerstand nahe dem Bereich von $4.112, gefolgt vom 100‑Perioden-Gleitenden Durchschnitt bei rund $4.145.

Die Unterstützung liegt bei etwa $4.047, mit einem tieferen Boden um $3.943. Es sei denn, der NFP-Bericht schwächt den Dollar weiter, könnten Aufwärtsbewegungen anfällig für Gewinnmitnahmen bleiben.