Goldman Sachs änderte Fed-Prognose: Das hat sich verändert

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Kauf iShares 20+ Year Treasury Bond ETF (TLT). Goldmans Logik beruht darauf, dass die Fed eine überraschende Pause vermeiden will, wenn die Anhebungswahrscheinlichkeit bei rund 90% liegt – das erhöht die Chance, dass die Fed die Erhöhung durchführt und anschließend zu einer datenabhängigen Sprache wechselt. Wenn sich die Inflation nicht weiter beschleunigt, sollten die Renditen am langen Ende nach der Entscheidung nicht weiter steigen, und TLT profitiert typischerweise von einer anschließenden moderateren Geldpolitik.
Kernrisiko: Die Fed signalisiert weitere Zinserhöhungen nach September (oder die Inflationserwartungen steigen weiter), wodurch die langfristigen Renditen ansteigen und TLT stark unter Druck gerät.
Verkauf Energy Select Sector SPDR Fund (XLE). Öl ist der ausschlaggebende Faktor (Brent >107 $ nach Pipeline‑Störung). Wenn die Fed die Zinsen anhebt und sich die Finanzbedingungen verschärfen, schwächen sich die Öl‑Nachfrageerwartungen in der Regel; das kann den Druck auf die Gesamtinflation schnell abbauen und das Bedürfnis des Marktes nach einer restriktiveren Geldpolitik verringern. XLE dürfte unterperformen, wenn Öl auch nur moderat nachgibt.
Kernrisiko: Öl steigt weiter aufgrund zusätzlicher Angebotsstörungen, hält die Gesamtinflation hoch und zwingt den Markt, eine restriktivere Haltung beizubehalten – was XLE stützt.
- Goldman erwartet eine Fed‑Erhöhung um 25 Basispunkte, da die Märkte nahezu 90% Wahrscheinlichkeit einpreisen.
- Stärkere Kern‑CPI‑Zahlen und Öl über 100 $ haben die Inflationsdebatte nun verschärft.
- Goldman sagt, die Marktbepreisung, nicht die makroökonomischen Daten, habe seine Fed‑Prognose nach oben getrieben.
Goldman Sachs hat seine Einschätzung für die Fed-Sitzung dieser Woche geändert: Statt eines unveränderten Kurses erwartet die Bank nun eine Erhöhung um 25 Basispunkte.
Die Wende folgt auf eine deutliche Neubepreisung der Märkte nach stärkeren Inflationsdaten und einem weiteren Ölpreisanstieg.
Die CPI im August stieg im Vergleich zum Juli um 0,4% und im Jahresvergleich um 3,4%, während die Kerninflation im Monatsvergleich um 0,3% zunahm und damit stärker als erwartet ausfiel.
Die Erzeugerpreise waren bereits im August um 0,4% gestiegen und gegenüber dem Vorjahr um 5,4%. Die Märkte schreiben der für den 15.–16. September geplanten Sitzung nun eine Wahrscheinlichkeit von nahezu 90% für eine Erhöhung um 25 Basispunkte zu.
Marktbepreisung zwang Goldman dazu, seine Einschätzung zu überdenken
Das Wichtigste an Goldmans Kurswechsel ist, was sich nicht geändert hat.
Die Bank hat ihren zugrunde liegenden Inflationsausblick nicht wesentlich revidiert.
Goldman hat nach dem CPI-Bericht lediglich seine Schätzung für die Kern‑PCE‑Inflation im August auf 0,26% angepasst und sieht weiterhin nicht weitere Zinserhöhungen als Basisfall nach September.
Stattdessen kam Goldman zu dem Schluss, dass die Fed, da Investoren bereits fast sicher eine Anhebung einpreisen, ungern die Märkte durch eine Pause überraschen würde.
Das könnte das Risiko bergen, die Renditen langfristiger US‑Staatsanleihen deutlich ansteigen zu lassen und die Inflationsglaubwürdigkeit der Zentralbank infrage zu stellen.
Meghan Swiber, Strategin bei BofA Securities, machte einen ähnlichen Punkt in Äußerungen, die von MarketWatch wiedergegeben wurden.
Sie sagte, dass, wenn die Chancen für eine Anhebung bis zur Sitzung über 50% bleiben, die Entscheidungsträger eine hohe Hürde hätten, stillzustehen, weil eine unerwartete Pause einen weiteren Sprung der längerfristigen Renditen auslösen könnte.
Inflationsdaten stärkten das Argument für eine restriktivere Politik
Goldmans Kurswechsel folgte auch zwei Inflationsberichten, die eine Pause schwerer zu rechtfertigen machten.
Die Gesamt‑CPI stieg im August um 0,4%, wobei Benzin mehr als ein Drittel des monatlichen Anstiegs ausmachte. Die Kernrate (Core CPI) stieg um 0,3%, während die jährliche Gesamtinflationsrate bei 3,4% blieb.
Dem ging ein Anstieg der Erzeugerpreise um 0,4% im Monatsvergleich und 5,4% im Jahresvergleich voraus. Die Güterpreise stiegen um 1,1% und spiegeln damit die Auswirkungen höherer Energiekosten wider.
Die Ökonomin Helen Lao von CIBC sagte gegenüber MarketWatch, dass die stärkere Kern‑CPI‑Zahl vermutlich mehr Fed‑Beamte dazu bewegte, eine Anhebung zu unterstützen. Die Daten deuten darauf hin, dass der Inflationsdruck nicht nur auf Öl beschränkt ist.
Öl über 100 $ macht eine Pause noch schwieriger
Energie ist das letzte Puzzleteil: Brent-Öl notierte am Montag nach Angriffen, die Saudi-Arabien zur Stilllegung seiner Ost‑West‑Pipeline zwangen, über 107 $ pro Barrel und verschärfte damit die bereits bestehenden Störungen rund um die Straße von Hormuz.
Höhere Ölpreise reagieren nicht zwangsläufig auf eine straffere Geldpolitik, können aber die Gesamtinflation auf einem höheren Niveau halten und die Inflationserwartungen anheben.
Deshalb geht es bei Goldmans Kurswechsel weniger um eine einzelne Wirtschaftsveröffentlichung als um das politische Risiko, nichts zu tun, wenn Märkte, Inflation und Energiepreise alle in dieselbe Richtung tendieren.
Jonathan Shugar von Goldman schrieb in einer separaten Analyse vom 11. September, dass eine Fed‑Erhöhung die Aktienmärkte nicht automatisch entgleisen würde, da Unternehmensgewinne weiterhin stark sind und die Bewertungen ungefähr ihrem 10‑Jahres‑Durchschnitt entsprechen.

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