Anleger richten Blick auf Fed-Anhörung, Iran-Optimismus treibt Aktien

Anleger richten Blick auf Fed-Anhörung, Iran-Optimismus treibt Aktien
Rivanshi Rakhrai
17. Apr. 2026, 11:13 AM

Unterstützt von

Invezz
S&P 500 (SPY)

Kaufen SPY: Der Optimismus über eine Deeskalation im Iran hebt bereits die Risikobereitschaft, und der Artikel weist darauf hin, dass Aktien auf Rekordhochs stehen, gestützt durch die Erzählung von „Vor-Kriegs-Bedingungen“ bei den Gewinnen. Die Fed-Anhörung ist nur dann der kurzfristige Katalysator für eine zinsfreundliche Neubewertung, wenn Warsh eine Absicht zu niedrigeren Zinsen signalisiert, was das Aktien-Multiple verlängern würde. Zentrales Setup ist Momentum plus politische Optionalität, während der Ölpreis noch nicht vollständig gefallen ist.

Kernrisiko: Scheitern der Gespräche mit dem Iran und strukturell hohe Ölpreise, die die Fed zu restriktiver Politik zwingen und Aktienmultiplikatoren drücken.

Brent crude (BNO)

Verkaufen BNO: Das Öl verhält sich trotz Aktienoptimismus „vorsichtig“, doch der Markt hat bereits ein erhöhtes Risiko eingepreist; sollte die Diplomatie wieder aufgenommen werden, dürften Prämien für physische Lieferungen und Brent nahe ~$100 schnell zum Mittelwert zurückkehren. Dies ist eine Relative-Value-Wette darauf, dass die Aktienmärkte mit ihrer Einschätzung der Deeskalation recht haben, bevor die volle Ölrisikoprämie abgebaut wird.

Kernrisiko: Eine Störung der Straße von Hormus oder erneute Eskalation hält Brent hoch und verhindert eine Mittelwertumkehr.

  • Märkte steigen in der Hoffnung auf ein baldiges Ende des Kriegs im Iran.
  • Anhörung zur Fed-Führung und Inflationsrisiken stehen im Fokus.
  • Ölunsicherheit erhöht den Druck auf globale Zentralbanken.

Die globalen Finanzmärkte zeigen neuen Optimismus, nachdem US-Präsident Donald Trump Zuversicht signalisiert hat, dass der Krieg im Iran bald enden könnte und Gespräche möglicherweise am Wochenende wieder aufgenommen werden.

Das Anlegervertrauen hat sich aufgrund der Erwartungen an eine diplomatische Lösung verbessert.

Allerdings könnte die positive Stimmung durch bevorstehende Wirtschaftsdaten auf die Probe gestellt werden, die voraussichtlich eine Verlangsamung der Unternehmensaktivität und steigenden Preisdruck zeigen werden.

Gleichzeitig richtet sich die Aufmerksamkeit auf ein wichtiges politisches Ereignis in Washington, bei dem die Prüfung der Führung der Federal Reserve die Zinserwartungen für die kommenden Monate beeinflussen könnte.

Nominierter für den Fed-Vorsitz steht vor Kongressanhörung

Anleger dürften mehr Klarheit über Trumps Kandidaten für die Leitung der Federal Reserve erhalten, wenn der ehemalige Fed-Gouverneur Kevin Warsh am 21. April vor dem Kongress zu seiner Bestätigungsanhörung erscheint.

Warsh tritt in ein herausforderndes Umfeld, wobei Trump niedrigere Zinsen fordert, selbst als der Konflikt im Iran die Energiepreise in die Höhe getrieben hat und Inflationssorgen schürt.

Die Markterwartungen haben sich deutlich verschoben.

Die Fed-Funds-Futures, die zuvor zwei Zinssenkungen um je ein Viertelpunkt bis Dezember einpreisten, signalisieren seit der Eskalation des Konflikts Ende Februar nun praktisch keine Senkungen mehr.

Trump hat zudem den Druck auf den amtierenden Fed-Vorsitzenden Jerome Powell verstärkt.

Trump hat gedroht, Powell zu entfernen aus seiner separaten Vorstandsrolle, falls er nach dem Ende seiner Amtszeit als Vorsitzender am 15. Mai nicht zurücktritt.

Unterdessen stehen auch Unternehmensgewinne und Wirtschaftsdaten im Fokus.

Tesla gehört zu den großen Unternehmen, die Ergebnisse melden, während die Einzelhandelsumsätze für März Einblicke in das Konsumverhalten vor dem Hintergrund steigender Preise geben könnten.

Aktien steigen, aber Ölmarkt bleibt vorsichtig

Die Aktienmärkte preisen ein positives Ergebnis des Iran-Konflikts ein.

Der S&P 500 hat sich auf Rekordhöhen erholt, während Japans Nikkei trotz Bedenken hinsichtlich Energieimporten ebenfalls neue Höchststände erreicht hat.

Anleger scheinen auf eine Rückkehr zu Vor-Kriegs-Bedingungen zu setzen, in denen starke Unternehmensgewinne die Aktien stützten.

Die Ölmärkte signalisieren jedoch Vorsicht.

Der maßgebliche Brent-Ölpreis liegt weiterhin nahe $100 pro Barrel und liegt immer noch etwa 33% über dem Niveau Ende Februar.

Die Preise für physische Rohöllieferungen haben ebenfalls Rekordhöhen erreicht.

Analysten warnen, dass die Energiepreise hoch bleiben könnten, wenn Gespräche die Straße von Hormus nicht wieder öffnen.

Dies würde wahrscheinlich die Zentralbanken zwingen, die Kreditkosten hoch zu halten, was die Unternehmensgewinne belasten könnte.

Asien und Schwellenmärkte spüren die Belastung

Zentralbanken in ganz Asien bewältigen ebenfalls die Folgen höherer Energiekosten.

China wird am 20. April seine Loan-Prime-Rate bekanntgeben; Analysten rechnen mit keiner Änderung, da die Politik die wirtschaftliche Erholung unterstützen will.

Das Wachstum könnte jedoch langsamer ausfallen, da die Auswirkungen der Nahostkrise die Unternehmensgewinne und die Auslandsnachfrage belasten.

In Indonesien steht die Zentralbank unter Druck, die Rupiah zu stabilisieren, die kürzlich auf Rekordtiefs gefallen ist.

Die Entscheidungsträger prüfen eine Neukalibrierung ihres Vorgehens, um die Finanzstabilität zu wahren.

Auch die Zentralbank der Philippinen hat nach einem beschleunigten Inflationsanstieg im März, der über die Zielspanne hinausging, vor „Übertragungseffekten" gewarnt.