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Gold peilt neue Höchststände an, Öl‑Crash verändert Fed‑Zinserwartungen

Gold peilt neue Höchststände an, Öl‑Crash verändert Fed‑Zinserwartungen
Devesh Kumar
17. Juni 2026, 06:58 AM

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Spot‑Gold (XAU/USD)

Buy Spot‑Gold. Der Öl‑Einbruch mildert Inflationssorgen und drückt die Wahrscheinlichkeit von Zinsanhebungen, was das ertragslose Profil von Gold stützt. Der Markt wartet zudem auf den Tonfall von Fed‑Chef Kevin Warsh — sollte er auch nur leicht weniger hawkish ausfallen als eingepreist, kann Gold weiter in Richtung neuer Höchststände steigen. Käufe durch Zentralbanken und die Nachfrage aus Asien bieten einen stabilen Boden, falls die Fed‑Botschaft gemischt ausfällt.

Kernrisiko: Warsh signalisiert einen klaren, hawkischen Kampf gegen die Inflation und die Wahrscheinlichkeiten für Zinserhöhungen schnellen wieder nach oben, wodurch die realen Renditen steigen und Gold schnell gedeckelt wird.

Spot‑Silber (XAG/USD)

Buy Silber als höheres‑Beta‑Instrument derselben makroökonomischen Dynamik. Bleibt Öl schwach und wird der Fed‑Ton nicht deutlich hawkischer, profitiert Silber in der Regel stärker als Gold von verbesserten Zinserwartungen und einer höheren Risiko­bereitschaft, während es gleichzeitig Unterstützung aus der breiteren Nachfrage nach Edelmetallen erhält.

Kernrisiko: Eine scharfe Risk‑Off‑Bewegung oder ein Schock der industriellen Nachfrage trifft Silber stärker als Gold und überlagert das zinssupportierende Narrativ.

  • Gold steigt, da der Öl‑Rückgang die Zins‑Erhöhungssorgen für die globalen Märkte abmildert.
  • Warshs Fed‑Debüt rückt in den Fokus, da Händler ihre Dezember‑Anhebungserwartungen zurückschrauben.
  • Asiatische Nachfrage und Käufe der Zentralbanken stützen Gold, so Analysten.

Gold setzte am Mittwoch seinen Anstieg fort, da fallende Ölpreise und Hoffnungen auf ein US‑Iran‑Friedensabkommen eine der größten Inflationssorgen des Marktes vor der Entscheidung der Federal Reserve entspannten.

Spot-Gold legte zum fünften Handelstag in Folge zu und notierte in der Nähe eines Ein‑Wochen‑Hochs, während Investoren das Szenario abwogen, dass iranisches Öl auf die Weltmärkte zurückkehrt, gegenüber der Unsicherheit über die endgültigen Vertragsbedingungen.

Die Bewegung war gemessen und nicht euphorisch.

Die Marktteilnehmer warten noch auf Äußerungen von Kevin Warsh bei seinem ersten Treffen als Fed‑Vorsitzender; der Ton zu Inflation und künftigen Zinsrisiken könnte darüber entscheiden, ob sich der Gold‑Rebound noch weiter fortsetzt.

Öl‑Erleichterung verändert die Zinsdebatte

Die jüngste Unterstützung für das Edelmetall kam weniger aus Angst als vielmehr vom Rentenmarkt.

Ein mögliches US‑Iran‑Abkommen, einschließlich einer Aufhebung von Sanktionen, die Teheran den Ölverkauf nach Unterzeichnung erlauben würde, hat die Rohölpreise in Richtung Dreimonats­tiefs gezogen.

Das ist wichtig für Gold, weil niedrigere Energiekosten den Inflationsdruck dämpfen und den Bedarf an restriktiver Geldpolitik verringern können.

Analysten sagten, dass der Rückgang der Ölpreise einen gewissen Aufwärtsdruck auf die Zinsen gelindert und die Erwartungen an Leitzinsanhebungen abgeschwächt habe, obwohl die Marktrallye an Schwung zu verlieren scheint, da sich die Investoren auf die Fed‑Mitteilung konzentrieren.

Spot‑Gold stand um 02:30 GMT 0,3 % höher bei $4,341.12 pro Unze, während die Futures für August um 0,2 % auf $4,361.10 zulegten.

Warshs erster Fed‑Test dominiert den Handel

Es wird allgemein erwartet, dass die Fed die Zinsen unverändert lässt, doch die Botschaft könnte wichtiger sein als die Entscheidung selbst.

Warsh übernimmt ein schwieriges Umfeld: die Inflation liegt weiter über dem Ziel, es besteht politischer Druck auf eine lockerere Politik, und die Märkte hatten zuletzt eine beträchtliche Wahrscheinlichkeit einer weiteren Zinserhöhung eingepreist.

Marktteilnehmer sehen jetzt eine 59%ige Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung im Dezember, gegenüber etwa 70% in der Vorwoche, so CME FedWatch.

Diese Verschiebung hat Gold geholfen, das in der Regel unter steigenden Kreditkosten leidet, da es keine Rendite bietet.

Experten zufolge ist nach wie vor unklar, wie Warsh sein als hawkisch wahrgenommenes Profil mit dem Druck des Weißen Hauses, das auf eine zinsfreundlichere Wende drängt, in Einklang bringen wird.

Eine deutliche Warnung in Richtung Inflation könnte die Goldgewinne begrenzen, während ein geduldiger Ton die Käufer aktiv halten könnte.

Zentralbanken geben der Nachfrage einen Boden

Über den kurzfristigen Fed‑Effekt hinaus zieht das Edelmetall weiterhin Unterstützung aus der Nachfrage des offiziellen Sektors.

Analysten von Westpac stellten fest, dass die längerfristige Unterstützung anhalten dürfte, begünstigt durch die Nachfrage aus Asien und Käufe der Zentralbanken als Absicherung gegen geopolitische und politische Risiken.

Diese Ansicht wurde vom World Gold Council bestätigt: Dessen jüngste Umfrage zeigte, dass rekordverdächtige 45 % der Reserveverwalter erwarten, ihre Goldbestände im nächsten Jahr zu erhöhen.

Auch andere Edelmetalle gaben nach: Silber stieg um 0,3 % auf $70.38 pro Unze, Platin gewann 0,5 % auf $1,812.80 und Palladium legte 0,3 % auf $1,355.65 zu.