Invezz

Nikkei‑225 schwankt, japanische Renditen und Tech‑Aktien ziehen an

Nikkei‑225 schwankt, japanische Renditen und Tech‑Aktien ziehen an
Crispus Nyaga
23. Juli 2026, 07:09 AM

Unterstützt von

Invezz
Long Nikkei‑225 (Kassindex/ETF)

Auf Nikkei‑225 setzen (z. B. iShares Nikkei 225 ETF, EWJ). Yen‑Schwäche plus die sich ausweitende Zinsdifferenz Japan–USA stützen weiterhin Exporteure, während der Index über den 50/100‑Tage‑EMAs bleibt und ein fallendes Keilmuster ausgebildet hat. Aufwärtiges Ziel ist ein Ausbruch über den Keil in Richtung ¥72,845; der Artikel nennt ¥62,646 als zentrales Level, das die bullische These ungültig machen würde.

Kernrisiko: Starke Yen‑Aufwertung (BoJ wird restriktiver oder die Wahrscheinlichkeit von Fed‑Zinserhöhungen sinkt), die Exporteure stark trifft und die Keilunterstützung bricht.

Long japanische Exporteure (Tokyo Electron / Advantest)

Long auf Tokyo Electron und Advantest. Die Nachrichtenlage hebt Halbleiter/Memory bereits im Zuge eines schwächeren Yen und starker Exportdaten; diese Titel haben ein hohes Beta gegenüber globalen Tech‑Capex und profitieren überproportional, wenn der Yen fällt. Nutze den jüngsten zweistelligen Rebound als Bestätigung und erhöhe Positionen bei anhaltender Stärke in der US‑Berichtssaison.

Kernrisiko: US‑Tech‑Earnings/Capex‑Prognosen enttäuschen (oder es kommt zu einer Neubewertung bei Halbleitern), wodurch der Yen‑Tailwind überkompensiert und die Rallye umkehrt.

  • Der Nikkei 225 hat sich seit dem Tief dieses Monats um 6.3% erholt.
  • Der japanische Yen notiert auf dem niedrigsten Stand seit Jahrzehnten.
  • Japanische Renditen sind diesen Monat weiter gestiegen.

Der Nikkei 225 stieg moderat, da Händler das jüngste Tief kauften und der japanische Yen gegenüber dem US-Dollar weiter fiel. Er notierte bei 66,550, ein Anstieg um 6.30% gegenüber seinem Tiefpunkt in diesem Monat.

Japanischer Yen und Staatsanleihen geben nach

Der Nikkei 225 stieg leicht, da Anleger auf die Entwicklung des japanischen Yen und der Staatsanleihen reagierten.

Der japanische Yen ist auf das niedrigste Niveau seit Jahrzehnten gefallen, da Anleger darauf setzten, dass die Federal Reserve später in diesem Jahr die Zinsen anheben wird. Die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung stieg auf Polymarket auf 66% , da der andauernde US‑Iran‑Konflikt die Rohölpreise nach oben trieb. 

Gleichzeitig erwarten viele Marktteilnehmer, dass die Bank of Japan (BoJ) die Zinsen nicht bald anheben wird. Eine Umfrage zeigt, dass die Bank die Zinserhöhung bis Dezember verschieben wird. Das bedeutet, dass die Spanne zwischen Japan‑ und US‑Zinsen weiter auseinandergehen dürfte.

Unternehmen im Nikkei 225 reagieren unterschiedlich auf den schwächeren Yen. Große Exporteure profitieren, wenn der Yen fällt. Tatsächlich zeigten am Mittwoch veröffentlichte Daten, dass die Exporte des Landes im Juni um 19.3% zulegten, nachdem sie im Vormonat um 16.8% gestiegen waren. 

Dieser Anstieg lag über der Median‑Schätzung von 18.6%. Die Importe stiegen um 25.4% und damit mehr als doppelt so stark wie im Vormonat.

Unterdessen setzten japanische Staatsanleihen ihren Ausverkauf fort. Die Rendite für fünfjährige Papiere sprang auf 1.99%, einige Punkte unter dem Jahreshoch von 2.07%. Die Zehnjahresrendite stieg auf 2.756%. 

Der jüngste Rebound des Nikkei 225 wurde von Speicher‑ und Halbleiterunternehmen getragen. Die Aktie von Kioxia sprang auf ¥69,400, ein Plus von 27% gegenüber dem Tief dieses Monats. Andere Speicherhersteller wie Samsung und SK Hynix sind ebenfalls zuletzt gestiegen. 

Die Softbank‑Aktie ist auf ¥5,860 gestiegen, während Tokyo Electron und Advantest in den vergangenen Wochen zweistellig zulegten.

Blickt man nach vorn, wird der Nikkei 225 auf die laufende US‑Berichtssaison reagieren. Alphabet veröffentlichte am Mittwoch starke Zahlen, doch die Aktie fiel, nachdem das Management seine Capex‑Pläne erhöht hatte.

Weitere US‑Unternehmen wie Intel, T‑Mobile, RTX, Blackstone und Union Pacific werden ihre Zahlen veröffentlichen. Japanische Unternehmen wie Sumitomo Mitsui, Chugai Pharma und Shin‑etsu Chemical geben diese Woche ihre Ergebnisse bekannt.

Technische Analyse des Nikkei 225

Nikkei‑225

Ni225‑Index‑Chart | Quelle: TradingView

Das Tageschart zeigt, dass der Nikkei 225 am 17. Juli bei ¥62,646 sein Tief bildete und sich dann auf das aktuelle Niveau von ¥66,550 erholte. Er hat ein großes fallendes Keilmuster ausgebildet, das aus zwei absteigenden und konvergierenden Trendlinien besteht. 

Der Index liegt zudem weiterhin über den 50‑ und 100‑Tage‑Exponentiellen Gleitenden Durchschnitten (EMA). Diese Entwicklung deutet darauf hin, dass die Bullen die Kontrolle behalten.

Daher würde ein Ausbruch über die obere Begrenzung des Keils auf weitere Gewinne hindeuten, möglicherweise bis zum Jahreshoch von ¥72,845. Ein Rückfall unter die wichtige Unterstützung bei ¥62,646 würde die bullische Prognose ungültig machen.